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Inhalt

Infolge eines Umweltkollapses, der die Menschheit zwingt, 20 % ihrer Bevölkerung zu verlieren, bricht bei einem Familienessen das Chaos aus

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Quelle: themoviedb.org

Kritik

Ein großer Familienname im Filmbusiness kann Türen öffnen, ist aber oftmals eher Bürde als Segen. Es gibt vereinzelte Positivbeispiele, dass jemand erfolgreich in die Fußstapfen der übergroßen Erzeugern treten und sich sogar erfolgreich von ihnen emanzipieren kann, aber umso mehr die zahlreich daran gescheiterten Exemplare. Im Hause Cronenberg gelang dieser Prozess bereits einmal erfolgreich. Durch Werke wie Possessor und Infinity Pool hat Brandon Cronenberg bereits bewiesen, das er mehr ist als nur der Sohn von David Cronenberg (Naked Lunch). Nun folgt mit Humane das Regiedebüt von Schwester bzw. Tochter Caitlin Cronenberg und eines kann man schon mal über den jüngsten Output aus dem ruhmreichen Hause sagen: der Apfel fällt erfreulicherweise wieder nicht allzu weit weg vom Stamm, zumindest was das handwerkliche Talent angeht. Alles andere muss und sollte differenzierter betrachtet werden, denn schließlich liegt hier keine eigenes Script vor, sondern es handelt sich mehr oder weniger um eine Auftragsarbeit. Das Drehbuch stammt von Produzent Michael Sparaga, der in seiner Independent-Laufbahn bisher auch noch kein wirklich herausstechendes Highlight zum Leben erweckte. Und auch Humane stellt sich letztendlich als nicht mehr als ein etwas hochwertig produzierter Nice Try heraus, der zwar über eine spannende Grundprämisse verfügt und wohl auch hohe Ansprüche an sich selbst stellt, aber daraus ernüchternd wenig macht und am Ende des Tages kaum mehr ist als eine goutierbarer Genre-Snack mit einer hohen Diskrepanz zwischen Wunsch und Wirklichkeit.

In einer zeitlich nicht exakt taxierten Zukunft ist der Klimawandel kein (angeblich) zweifelbares Schreckgespenst mehr, sondern seine Folgen nötigen die Menschheit zu drastischen Konsequenzen. Aufgrund mangelnder Ressourcen wird jede Nation dazu gezwungen, 20% seiner Bevölkerung zu dezimieren, um ein Überleben zu gewährleisten. An Patriotismus und Opferbereitschaft soll appelliert werden und tatsächlich melden sich mit dem wohlhabenden Ex-Promi Charles York (Peter Gallagher, Palm Springs) und seiner Frau sogar jemand aus der Oberschicht zur freiwilligen Euthanasie. Die Motivation dahinter bleibt so schleierhaft und wenig rational begründet wie vieles in dieser potenziell spannenden Idee, aber es bietet die Ausgangslage für die Grundprämisse. Zu diesem „feierlichen“ Anlasse lädt der Patriarch nämlich seine vier nichtsahnenden Kinder in das luxuriöse Domizil ein und überrumpelt sie mit dieser selbstlosen (wie unsinnigen) Aktion. Aber es kommt noch besser: als das vom Staat inzwischen schon outgesourcte Selbstmord-Kommando anrückt, hat die doch nicht so überzeugte Ehefrau das Weite gesucht. Zwei Leichen wurden angemeldet, ergo muss einer der Sprösslinge nun spontan in die Bresche springen. In zweit Stunden Bedenkzeit soll nun „ausdiskutiert“ werden, wer statt der Stiefmutter nun den Dienst für die Menschheit leisten darf/soll/muss.

Etwas mahnender Öko-Horror, viel plakative Gesellschafts- und allgemeine Humanitätskritik, drastische Gewalt und ätzender Zynismus. Das klingt grundsätzlich alles nicht schlecht und soviel darf lobend gesagt werden: Caitlin Cronenberg bleibt in der technisch versierten Umsetzung der Familientradition treu. Humane ist kein Body-Horror, die expliziten Gewaltmomente sind aber schön plastisch und sind so gut inszeniert wie der Film in seinem handwerklichen Rahmen allgemein. Das macht grundsätzlich Lust auf mehr beim jüngsten Sproß des cineastischen Clans, inhaltlich dürfen aber gerne noch ein bis drei Schippen draufgepackt werden. Vielleicht kommen ja in Zukunft auch eigene Ideen, denn dieser hier kommt nicht über mehr als einen Ansatz hinaus. Ein vielversprechender Start mündet in einem sehr schlichten Genre-Reißer, der leider die gesamte Zeit so tut, als hätte er mehr zu erzählen. Die Charaktere sind extrem eindimensional und deren „Entwicklungen“ plump. Die Mischung aus krampfhafter (Holzhammer)Satire, brutalem Survival-Thriller, ungelenk konstruiertem Familiendrama, wenig durchdachter Dystopie und unpassend wirkendem Pechschwarz-Humor möchte viel, liefert aber maximal leidliche Kurzweile ab. Das Szenario an sich hat absolut was und mit Langeweile und Desinteresse hat das eindeutig nichts zu tun. Von einem höheren Anspruch oder gar wirklich gehobener Genre-Unterhaltung ist man aber ebenso weit entfernt. Das ist vielleicht grob vergleichbar mit dem ersten The Purge: ein reizvoller Gedankengang, aber weit weg von seinem eventuellem Potential.

Fazit

5.0

Caitlin Cronenbergs Regiedebüt schafft zumindest Lust auf mehr von ihr persönlich, denn rein inszenatorisch ist das vielversprechend. Inhaltlich leider trotz spannender Voraussetzungen viel heiße Luft, wobei es für einen soliden Zeitvertreib im schlichten Genre-Korsett auch noch ausreicht. Mehr aber definitiv nicht.

Kritik: Jacko Kunze

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Kommentare

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