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Quelle: themoviedb.org
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Inhalt

Denker wie Yuval Harari und führende Persönlichkeiten aus der EU, China und den USA nehmen an einem Planspiel zum Thema KI teil, in dem sie mit geopolitischen Szenarien für mögliche zukünftige Krisen konfrontiert werden.

Kritik

Der ominöse Titel Elena Andreichevas (The Oscars) dokumentarischem Konstrukt suggeriert den Aufstieg einer zukünftigen Macht, deren hypothetische Hinterfragung an erster Stelle dramatisches Instrument ist. Den theatralischen Ton des stilisieren Szenarios definieren früh eine aalglatte Optik wie aus einem TV-Thriller, reißerischer Soundtrack und pathosschwere Präsentation der Protagonist*innen. Ein Kreis führender Fachpersonen aus Technologie, Militärstrategie und Politik versammelt sich zu einer strategischen Simulation der Entwicklung artifizieller Intelligenz. Deren mögliche Entwicklungen und Einsatzfelder präsentiert die Hochglanz-Hypothese in futuristischen Fiktionen.

Deren ästhetische Aufmachung ist beeindruckender als die vermeintlichen Erkenntnisse, die im Grunde nur Bekanntes wiederholen: AI ist fehlerhaft, AI kann in die falschen Hände geraten, AI kann falsch angewendet werden. Umso mächtiger das digitale System, umso gravierender die Auswirkungen. Bereits die heraufbeschworenen Konfliktszenarien, die in einem Fazit als Beweis einer quasi-prophetischen Projektionsfähigkeit vorgeführt werden, sind eine banale Sammlung des Nahliegenden. Eine neue Pandemie, eine Cyber-Attacke, die drohende Eskalation einer militärischen Spannungslage, eine Welle gezielter Fehlinformationen. 

Die von dem israelischen Militärhistoriker Yuval Harari ergänzten Vertretenden von EU, USA, UK und China scheinen sich bei dem weltpolitischen Wargame sowohl der Kamera als auch ihrer repräsentativen Rolle überdeutlich bewusst. In diesem prätentiösen Tech-Theater wirken die Beteiligten dementsprechend mehr auf gutes Aussehen bedacht - intellektuell, moralisch und äußerlich - als auf realistische Reaktionen. Wenn etwa die Vertreterin der USA wiederholt deren demokratische Werte und Pluralität politischer Positionen betont, wirkt das angesichts deren totalitärer Tendenzen fast unfreiwillig komisch. 

Abgesehen von solchen ironischen Ausfällen hält sich der Unterhaltungswert in Grenzen. Die Technologie selbst bleibt ein Abstraktum; eine allmächtige Über-Intelligenz, die nie mit den engen Grenzen realer AI-Leistungen abgeglichen wird. Über allem präsidiert Faculty AI CEO Marc Warner gleich eines AI-Apostels, der die gespielten Aktionen und Allianzen des Ensembles kritisch kommentiert. Seine Vaterschaft dient dabei als vorgebliche Versicherung seiner ethischen Integrität und Zukunftssorge, unterstreicht indes nur den wertkonservativen Konsens der im doppelten Sinn spekulativen Spielerei. 

Fazit

Suspense und Dynamik Elena Andreichevas machtpolitischen Monopolys nutzen sich ebenso schnell ab wie der begrenzte Informationsgehalt. Hinter der gediegenen Fassade ist das Resultat selbst kaum origineller als eine derivative Doku-Drama-Idee von ChatGPT. 

Kritik: Lida Bach

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