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Quelle: themoviedb.org
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Inhalt

In einer sich ausbreitenden Megastadt, in der die Gefahren des Klimawandels Gegenwart und nicht Zukunft sind, zeigt der renommierte Filmemacher Rahul Jain eine Welt, die am Abgrund steht. Mit eindrucksvollen Bildern und erschütternden Erzählungen alltäglicher Bürger ist INVISIBLE DEMONS eine eindringliche und intensive Begegnung mit Geschichten einiger der 30 Millionen Einwohner Delhis. Menschen, die ums Überleben kämpfen.

Kritik

Der Titel klingt nach einem Horrorfilm und die Bilder, die Rahul Jain zu einer kaum 70 Minuten langen Untergangsvision aufbaut, erinnern oftmals an eine albtraumhafte Zukunftsvision. Bunkerartige Wohnblocks mit Fronten unablässig surrender Klimaanlagen. Dreckige Schaumkronen, die sich in toten Flüssen auftürmen. Menschen, die sich mit Kanistern um Trinkwasserausgaben drängen. Wenn sie nicht ständig um Wasser anstehen müssten, könnten sie die Zeit produktiv verbringen, klagt eine Frau aus der Unterschicht, deren Aussagen den systemkritischen Kommentar prägen.

Eine frühe Szene, die den Regisseur am Fenster seines luftgefilterten, klimatisierten Apartments in Neu-Delhi zeigt, ist ein indirekter Verweis auf die unterliegende Sozialthematik eines vordergründig ökologisch orientierten Dokumentarfilms. Dessen konzise Chronik der in beängstigendem Tempo voranschreitenden Zerstörung der Umwelt offenbart ihre stärksten Momente in der Verknüpfung sozial- und umweltpolitischer Aspekte, wie sie in einer Straßenszene eine TV-Reporterin aufzeigt. Die Zerstörung äußeren Lebensraums ist zugleich einer jener Menschen, die sich keinen anderen leisten können. 

Die von der Reporterin befragten Obdachlosen, die neben dem Smog auch der Kamera des Fernseht-Teams schutzlos ausgeliefert sind, die Anwohner ohne Trinkwasserzugang und die Arbeitenden, die der akuten Luft- und Wasserverschmutzung nicht ausweichen können, sind der Kollateralschaden der globalen Marktöffnung, die als Anfangspunkt der apokalyptischen Zustände dargestellt wird. Wirtschaftswachstum erscheint als Auslöser und Katalysator der Klimakatastrophe, deren ursächliche Faktoren unbeachtet bleiben. Dieser fragwürdige Fortschrittsskeptizismus gipfelt buchstäblich in regressive Allegorien, die den sozialkritischen Impuls verdunkeln.

Fazit

Nach seinem vielversprechenden Dokumentar-Debüt Machines liefert Rahul Jain ein exemplarisches Exposé der desaströsen Verschmutzung seiner Heimatstadt Neu-Delhi. Die zu den am stärksten von Schadstoffbelastung betroffenen Städten weltweit gehörende Metropole zeigt sich auf den beklemmenden Bildern als ein von Hitzewellen, Smog und Schmutzwasser gezeichneter Moloch. Auf tiefergehende Analyse der eklatanten Probleme verzichtet das fatalistische Fazit genauso wie auf Lösungsansätze. Dass die radikale Abkehr von idealistischen Utopien in luddistischen Untertöne mündet, ist nicht minder beunruhigend.

Kritik: Lida Bach

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