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Quelle: themoviedb.org

Inhalt

Chiricahua-Indianer brechen aus der San-Carlos-Reservation unter Führung von Häuptling Ulzana aus. Der unerfahrene Lieutenant DeBuin verfolgt sie mit einer Kavallerieabteilung, zu der der erfahrene Scout McIntosh und der Apachenscout Ke-Ni-Tay gehören. Sie finden zerstörte Farmen in verbrannter Erde. McIntosh tötet Ulzanas Sohn, lenkt Apachen mit der Häfte der Soldaten ab. DeBuin kommt zu spät, findet die Soldaten tot. Ke-Ni-Tay meldet Ulzanas Tod. Sterbend nimmt McIntosh das Versprechen ab, die Männer ins Fort zu bringen, ihn zurückzulassen.
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Quelle: themoviedb.org

Kritik

„Jeder Fehler am Anfang, bedeutet Tote am Ende.“

Der Apache Ulzana, Häuptling vom Stamm der Chiricahua, ist das Oberhaupt einer siebenköpfigen Indianergruppe, die ihr Reservat in San Carlos verlassen haben und alsbald von einer blauröckigen Kavallerieeinheit über Stock und Stein verfolgt werden. Während Ulzana durch das mexikanisch-amerikanische Grenzland zieht, müssen unzählige Siedler auf sein Geheiß ihr Leben lassen. Als „frauenschändender, raubender, modernder“ Haufen werden Ulzana und seine Stammeskrieger zu Anfang beschrieben. Und tatsächlich ist es nicht übertrieben, die Schneise der Zerstörung spricht Bände: Frauen werden vergewaltigt, Kinder zu Waisen gemacht, Männer auf bestialische Art und Weise hingerichtet. Man möchte glauben, dass Keine Gnade für Ulzana in dieser Gestalt einer der Western ist, die sich (mal wieder) damit abrackern, ein möglichst diabolisches Abbild der amerikanischen Ureinwohner anzufertigen.

Dem allerdings ist nicht so. Regisseur Robert Aldrich, dem wir unverwüstliche Klassiker wie Rattennest, Was geschah wirklich mit Baby Jane?, Der Flug des Phoenix und nicht zuletzt Das dreckige Dutzend zu verdanken haben, distanziert sich geflissentlich von einem klaren Schwarz-Weiß-Denken, was nicht bedeutet, dass er es ausspart zu verbildlichen, zu welchen Gräueltaten die Indianer in jenen Jahren fähig gewesen sind. Die Kavalleristen, angeführt vom unbedarften Lieutenant De Buin (Bruce Davison, X-Men-Franchise) sowie dem bewanderten Scout McIntoch (Burt Lancaster, Der Gefangene von Alcatraz) wären in einer klassischer Western-Kolportage natürlich ein verwegener Haufen Heroen, die ihren Auftrag ohne Wenn und Aber ausführen – koste es, was es wolle. In Keine Gnade von Ulzana hingegen beschäftigt man sich nicht damit, zwei Gruppen gegeneinander aufzuwiegeln und eine moralische Legitimation für ihre Taten herauszuarbeiten.

Wenn man so möchte, dann gehört Keine Gnade für Ulzana zu den wenigen Vertretern des Western-Genres, die keinen stupiden Revisionismus betreiben. Obgleich die Gewalt der Indianer von unbarmherziger Rohheit gezeichnet ist, verurteilt Robert Aldrich diese Taten nicht. Vielmehr hinterfragt er, was passieren muss, damit ein Mensch sich zu derartig drastischen Mitteln gezwungen sieht. Und die Betonung liegt hier auf dem Wort 'Mensch'. Inmitten von alttestamentarischen Vergeltungsphantasien, tumbem Rassismus und dem reinen Pragmatismus, seine Arbeit best- und schnellstmöglich zu verrichten, offenbart der kräftezehrende Marsch über den spröden Kriegspfad, auf dem sich beide Parteien hier befinden, viele sinnstiftende Fragen um das Wesen des Menschen, seine Kultur, seine Identität, seine Natur. Und Gewalt ist hier kein Schauwert, kein lustvolles Treiben, sondern ein Akt der Frustration und Angst. Der Angst, eben genau diese Menschlichkeit und Identität zu verlieren.

Keine Gnade für Ulzana macht keine Ausnahmen, wenn es um Grausamkeiten geht. Jeder Mensch ist hier in der Lage, den Schmerz, der ihren Seelen eingeschrieben ist, in einem Ausbruch an Brutalität zu kanalisieren. Signifikant allerdings ist es, das Blutvergießen zu reflektieren, es zu hinterfragen, es, so schwer es auch scheint, zu verstehen, bevor man sich in einen Teufelskreis begibt, der nur noch mehr Tote fordern wird. Und selbstverständlich ist Keine Gnade für Ulzana da in gewisser Weise auch ein Kommentar auf die Verheerungen des Vietnam-Krieges und eine Abrechnung mit den Vereinigten Staaten, die sich als zivilisiertes Land gerieren, aber schon lange nicht mehr bemerken, dass sie all die Verfehlungen reproduzieren, für die sie andere Länder seit jeher verurteilen. Robert Aldrich jedenfalls ist mit Keine Gnade für Ulzana ein kritischer, drastischer Western gelungen, der sich weniger auf die Tapferkeit und die Ehrenhaftigkeit seiner Charaktere stürzt, sondern sich primär für ihre Fehler interessiert. Richtig so.

Fazit

Einige Schnittfassungen haben sich daran versucht, den kritischen Grundstock aus Robert Aldrichs Vision herauszuarbeiten, in der entsprechenden Version allerdings ist "Keine Gnade für Ulzana" ein angenehm aufgeklärter, weitsichtiger Western, der nicht verurteilt, sondern hinterfragt und verstehen möchte.

Kritik: Pascal Reis

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