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Quelle: themoviedb.org

Inhalt

Eine Reise in die Welt des legendären Berliner Sexclubs KitKatClub – in einem wunderschönen Schwarz-Weiß-Film. Eine intime und tiefgründige Geschichte über Freiheit, Lust, Grenzen und Sex in all seinen Facetten.

Kritik

Nachdem Philipp Fussenegger (I Am the Tigressin Co-Regie mit in Teaches of Peaches zuletzt ein künstlerisches und privates Porträt einer prägenden Musikerin auf die Kino-Leinwand zeichnete, widmet sich der österreichische Regisseur in seiner jüngsten Doku einem kultigen Ort. Der KitKatClub, der 1994 - ein Jahr vor Peaches erstem Album-Release - der Berliner Fetisch-Szene und bald zahllosen internationalen Gästen seine Türen öffnete, zeigt noch mehr Parallelen zum Schaffen der Sängerin. Beide haben eine starke Verbindung zu Hauptstadt, einen festen Platz in der queeren Community und eine ideosynkratische Beziehung zu Sex. 

Letztes gilt besonders für Kinks und Fetisch, zu deren Mainstream-Akzeptanz sie beitrugen. Ob das im Fall des titelgebenden Nachtclubs, den fünf Kapitel benannt nach den jeweiligen Protagonist*innen aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachten, immer im Sinn des angestammten Publikums ist, bleibt vage. Im Zentrum des episodischen Exposés stehen die kreativen, expressiven und erotischen Freiräume, die der KitKatClub seinen Besuchenden eröffnet: Drag Queen Raven, die als Herrchen und Hund ausgehenden Pet Player Oli and Foxy, das straighte SM-Paar Vici und Marvin, die besten Freundinnen Hottie und Elisa.

Als aufmerksame Begleiterin beobachtet die Kamera sie beim Styling, bei Gesprächen mit anderen Besuchenden über Konsens und Sicherheit bei Praktiken und Substanzkonsum, und auf der Tanzfläche. Markanteste und kantigste jener Skizzen ist die des Club-Gründers Simon Thaur, in der das ideale Image Risse bekommt. Doch Enthüllungen, sexuell, ideell oder popkulturelle sind nicht das Ziel der stylischen Schwarz-Weiß-Szenen, deren Ästhetik an Robert Maplethorpes Fotografien erinnert. Gleich des Titelorts ist die zwischen Alltag und Ekstase wechselnde Hommage ein Raum für Phantasien, bei denen die Maske dazugehört. 

Fazit

Soziokulturelle Einblicke und sinnlicher Rausch verwebt Philipp Fusseneggers schillernde Club-Collage, die auf CPH:DOX in der Sektion Highlights Premiere feiert, zu einer ästhetisierten Anthologie nächtlicher Episoden. Die Spielregeln des KitKatClubs, der zum Aushängeschild subkulturellen Selbstbewusstseins und Hauptstadt-Hedonismus geworden ist, gelten auch für die Inszenierung. Jene retuschiert eher Gesichter als Sex, der zur beiläufigen Selbstverständlichkeit wird. Ein eklektisches Ensemble schillernder Charaktere eröffnet ein perspektivisches Prisma auf den Hauptschauplatz der eleganten Chiaroscuro-Aufnahmen. Deren emotional distanzierte Stilisierung feilt am Mythos des Kult-Clubs, dessen Machtstrukturen, kommerzielle Komponente und Doorkeeping nie beleuchtet wird.

Kritik: Lida Bach

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