Kritik
Während solche Filme wie Searching und Missing bereits hohe Maßstäbe gesetzt haben und bewiesen haben, dass auch Filme, die sich nur vor dem Bildschirm eines Computers abspielen, spannend sein können, hat Life Hack leider nur gezeigt, wie man einen Film lieber nicht drehen sollte. Sowohl Searching als auch Missing haben eines gemeinsam: Eine geliebte Person wird vermisst und die Hauptfigur tut alles, um sie zu finden. Bereits der Einstieg in diese beiden Filme ist fesselnd und die Spannung steigt stetig weiter. Das kann man von Life Hack bedauerlicherweise nicht behaupten, weil der Film größtenteils an ein sinnloses Scrollen durch den Instagram-Feed erinnert. Die Motivation der Figuren ist nicht besonders stark und so sinkt auch permanent das Interesse der Zuschauer. Vier Jugendliche langweilen sich vor ihren Bildschirmen fast zu Tode, spielen Computerspiele, checken die Socials von irgendwelchen Personen, veräppeln Scammer und beschließen, weil sie nicht Besseres zu tun haben, Bitcoins zu klauen.
Zugegeben, der Einstieg mit der Bestrafung der Scamer ist unterhaltsam, doch statt auf diesem kleinen Erfolg aufzubauen, baut der Film immer mehr ab, weil er offenbar darauf setzt, dass irgendjemand es spannend findet, den Teenagern dabei zuzusehen, wie sie absolut gar nichts tun, außer vor dem Computer herumzugammeln. Irgendwann mal fangen sie dann im ganz großen Stil an, das Geld von einem Milliardär zu klauen, und sogar dieses vermeintlich spannende Szenario wird derart lahm inszeniert, dass man sich zwischendurch öfter fragt, ob es nicht besser wäre, den Film einfach auszuschalten und sich stattdessen Reels bei Instagram anzusehen, die im Normalfall deutlich spannender inszeniert werden als die Szenen aus Life Hack. Gerade im Laufe des Films werden die Bilder unruhiger und die Hektik breitet sich aus. Das Ziel des Ganzen ist offensichtlich, die Spannung zu steigern. Allerdings tragen die verwackelten Bilder eher dazu bei, dass man noch genervter ist als zuvor.
Der Film macht es einem definitiv nicht leicht, ihn zu mögen, und das aus einem einfachen Grund, weil es eine Weile dauert, bis man sich auf ihn einlässt, und weil Life Hack eben nicht der erste Film ist, der sich nur vor den Bildschirmen abspielt. Wenn man auf der Erfolgswelle von bereits existierenden Filmen reiten will, sollte man darauf achten, dass man etwas Besonderes und Individuelles zu bieten hat, um sich von den anderen Filmen abzuheben oder zumindest mit ihnen mithalten zu können. Damit kann Life Hack nicht dienen und auch die aufflackernden Anregungen im Hinblick aufs Hacken machen die gähnende Langeweile nicht wieder gut, die dieser Film einem beschert. Gerade wenn man an Klassiker wie Hackers oder War Games denkt, wird deutlich, dass Life Hack niemanden mit seiner teils unruhigen, teils lahmen Art inspirieren wird. Dieser Film ist nur ein Wegwerfprodukt, nach dem schon Wochen nach dem Release kein Hahn mehr krähen wird.