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Quelle: themoviedb.org

Inhalt

Laura arbeitet für Souria in einer luxuriösen Pariser Villa. Souria, die im Besitz eines saudischen Prinzen ist, erwartet seine Besuche. Während Laura sich an diese Welt des Reichtums und der Überwachung gewöhnt, entsteht zwischen den beiden Frauen eine enge Freundschaft. Doch Laura spürt, dass Gefahr auf sie beide zukommt.

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Quelle: themoviedb.org

Kritik

Unwillkürlich erinnert Hélène Rosselet-Ruiz ambitionierte Union von Mystery-Thriller und Milieu-Studie an Kurdwin Ayubs exzellentes Drama Mond. Dessen Handlung zentrierte genau wie Rosselet-Ruiz systemkritisches Leinwand-Debut eine junge Europäerin, die zur heimlichen Verbündeten und potenziellen White Savior einer arabischen Frau im goldenen Käfig wird. Die kontrastive Kluft in Status und ökonomischer Realität der beiden Figuren ist ebenso frappant wie ihre strukturellen und psychologischen Parallelen. Beide leben umgeben von sichtbaren und unsichtbaren Mauern, beide betrachten ihre Situation als Übergangsstadium zu einem besseren Leben. 

Für die junge Hausangestellte Laura (Malou Khebizi, Enzoist es eine Arbeit als Berufssoldatin bei der Armee, für die sie trainiert. Für die attraktive Souria (Soundos Mosbah) ist es die Ehe mit ihrem Saudi-arabischen Geliebten, der sie vor seiner Familie in einem mondänen Anwesen im Pariser Villenviertel versteckt. Hinter der pompösen Fassade liegt eine im doppelten Sinne geschlossene Welt, zu der Laura nur als Sourias Bedienstete Zugang hat. Beim im Gegenschnitt mit anderen Bewerberinnen gezeigten Vorstellungsgespräch scheint sie am geringsten qualifiziert. 

Doch es sind gerade die mangelnden Erfahrungen und Sprachkenntnisse sowie ihre materielle Bedrängnis, die Laura zur idealen Kandidatin machen. Bedacht, den Job so lange wie möglich zu halten, folgt sie den Anweisungen des Wachmanns (Ziad Bakri), nimmt Kränkungen und übergriffige Tests Sourias hin, und stellt keine Fragen. Jedenfalls nicht laut. Doch die überall installierten Kameras, die ihre nie das Haus verlassende Vorgesetzte überwachen, offenbaren ihr die missbräuchlichen Machtstrukturen in dem luxuriösen Gefängnis. Dort lebt Souria nur für ihren einflussreichen Partner. 

Seine gelegentlichen Besuche sind der einzige Inhalt ihres Lebens, dessen Routine aus Fitness, Schönheitspflege und Shoppen allein im gilt. Als eine zaghafte Kameradschaft zwischen den gegensätzlichen Frauen wächst, erkennt Laura die Fragilität von Sourias äußerlichem Status. Anders als Laura ist die scheinbar selbstbewusste Geliebte auch Gefangene ihrer verzweifelten Hoffnungen und Illusion von Liebe. Die psychologischen Mechanismen dieser Abhängigkeit bleiben jedoch vage. Ein Hauch von Mystery-Thriller schafft nur flüchtige Suspense, nie jedoch die existenzielle Angst, auf die das Szenario abzielt.

Fazit

Die darstellerische Dynamik Soundos Mosbahs und Malou Khebizis ist zugleich emotionales Zentrum und dramatisches Momentum Hélène Rosselte-Ruiz‘ motivisch komplexen Spielfilm-Debüts. Dessen unterentwickelte Handlung erweist sich letztlich als überfordert von der diffizilen Thematik von Abhängigkeit auf psychischer und materieller Ebene. Die spannende Prämisse wird wirkungsvoll etabliert, doch nie weiterentwickelt. Sourias Motive und persönlicher Hintergrund bleiben schemenhaft, genau wie das durch Laura verkörperte white savior Trope und der Aspekt moderner Leibeigenschaft. Das stagnierende Psycho-Drama besitzt dennoch Reiz - und zeigt das handwerkliche Potenzial der Regisseurin.

Kritik: Lida Bach

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