Inhalt
Kritik
Naturdokumentationen gibt es nicht nur im Fernsehen zu bestaunen. Gut so. nicht nur wegen ihres didaktischen Mehrwerts, sondern auch weil in den letzten Jahren immer mehr Vertreter veröffentlicht wurden, die erst im Kino, auf der großen Leinwand ihr volles, visuelles Potenzial präsentieren konnten. Dokumentation wie Im Reich der Raubkatzen, Planet Erde oder Deep Blue boten so eine Bildgewalt, dass selbst ein größerer Kinosaal zu zerbersten drohte. Bei Maleika ist das Risiko, dass die Leinwand vielleicht doch zu winzig ist, hingegen nicht existent. Der Beitrag von Naturfilmer Matto Barfuss erweist sich als Werk, dass als Zweiteiler (2 x 45 Minuten) im Abendprogramm der Öffentlich-rechtlichen oder deren Spartensendern besser aufgehoben wäre.
Der Inhalt des Films ist schnell erklärt: Gepardin Maleika muss viel Mäuler stopfen und versucht so gut es geht ihren Nachwuchs zu beschützen und zu versorgen. Dies beinhaltet Szenen, wie sie jeder, der schon einmal eine Naturdoku über Afrikas Raubtiere gesehen hat, kennt: Krokodile zerren Gnus in die Tiefe des Flusses, Löwen jagen im Rudel und Antilopen sind nicht so einfach zu erbeuten . Das ist alles nett anzusehen, informiert einen auch, aber es besitzt nichts was einen Kinobesuch wirklich lohnen würde. Dazu merkt man dem Film deutlich an, dass er für ein jüngere Publikum gemacht wurde. So verheimlicht Maleika zwar nie den Tod, allzu drastische Tötungs- und Fressszeenen werden aber relativ grob ausgespart. Aber immerhin erweckt Maleika nie den Eindruck, dass hier Dinge verharmlost werden. Die Geparden erhalten zwar durchaus ein Kuschel-Image, werden aber niemals ihrer Wildheit beraubt.
Würde Maleika nicht im Kino, sondern auf DVD oder im Fernsehen seine Premiere feiern, eine Empfehlung für den Film auszusprechen würde leichter fallen. Aber um eine Kinoleinwand zu füllen, braucht es eben mehr als dass, was Matto Barfuss hier präsentiert - und vor allem wie er dies tut. Seine Doku hat TV-Format und das wirkt als Projektion im Dunkeln immer irgendwie zu winzig, zu unscheinbar und vor allem zu unbeholfen. Da hilft dann auch nicht, dass Moderator und Schauspieler Max Moor das Geschehen in der deutschen Fassung mit kinderfreundlichen Off-Kommentaren begleitet, die für jüngere Ohren gewiss perfekt funktionieren, ältere Semester aber gewiss nerven können. Spätestens bei der dritten Verniedlichung wirkt das Gesagte dann doch irgendwie albern.
Fazit
Die Bildgewalt anderer Naturdokumentationen sucht man hier vergebens. Die Geschichte einer Geparden-Mutter ist zwar informativ, aber mehr auf ein jüngeres Publikum zugeschnitten, welches eher selten (oder noch nie) im Fernsehen eine ähnliche Dokumentation über Raubkatzen gesehen hat. Deswegen und durch das Fehlen wirklicher visueller Größe lässt sich zu „Maleika“ eines festhalten: Diese Doku gehört ins Klassenzimmer, nicht ins Kino.