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Quelle: themoviedb.org

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Als Cleos Bruder von Mu-Ki-Ra entführt wird, dringt sie mit unverhofften Verbündeten in einen von Monstern bevölkerten Dschungel vor. Dabei lüftet sie die Geheimnisse der Kreaturen und fragt sich bald, wer hier die wahren Monster sind.

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Quelle: themoviedb.org

Kritik

Andersartigkeit als soziales Konstrukt und die daran geknüpften Feindbilder beschäftigten Estefanía Piñeres Duque bereits in ihrem 2023 erschienen Kurzfilm Color-ido. Kernmotive dessen Geschichte einer kindlichen Hauptfigur, die auf einer abenteuerlichen Reise die Gemeinsamkeiten des vermeintlich Fremden entdeckt, finden sich auch in der ersten Spielfilm-Inszenierung der kolumbianischen Schauspielerin, Regisseurin und Produzentin. Deren farbenfrohe Filmwelt bevölkert von mystischen Kreaturen in einer langen Fehde mit den Menschen erinnert allerdings noch mehr an ein auffällig ähnlich aufgebautes Fantasy-Abenteuer von DreamWorks. 

Obwohl beider Werke Themen und Story universell genug ist, um zwei Projekte parallel zu prägen, lastet der Vergleich schwer auf der idealistischen Parabel von Akzeptanz und Aufgeschlossenheit. Dessen 13-jährige Heldin Cleo lebt mit ihrem kleinen Bruder nahezu unbeschwert in einem lateinamerikanischen Ort, dessen Bewohner*innen seit alten Zeiten gegen die drachenähnlichen Kreaturen im umliegenden Dschungel kämpfen. Als eine der Bestien Cleos kleinen Bruder Martín schnappt, bricht sie in den gefährlichen Urwald auf, um ihn zu retten. 

Die Begegnung mit einem der Biester eröffnet ihr eine andere Sicht auf die gewaltigen Wesen, die mit ihrem schillernden Federkleid und schmuckartigen Verzierungen wie animorphe Götterwesen aussehen. Spannender als die schematische Handlung, die in ähnlicher Form schon oft in Kinderfilmen erzählt wurde, sind die von kolumbianischen Mythen und Bräuchen inspirierte Ästhetik und der fauvistische Farbkosmos. Getaucht in warme Gold, Rot und Brauntöne ist die menschliche Sphäre um das Dorf das optische und atmosphärische Gegenbild des in kühlem Blau und Grün gehüllten Waldes.

Fazit

Musical-Einlage und ein selbst in dramatischen Momenten nie bedrohliches Szenario machen Estefanía Piñeres Duque inszenatorisches Langfilm-Debüt zur filmischen Version eines klassischen Singspiels. Dessen bewährte Themen von Vorurteilen und den Gefahren vorbehaltlos übernommener Traditionen nährt sich den sozialen Mechanismen kollektiver Gewalt, ohne sie ausreichend zu ergründen. So spannend das Motiv kulturell überlieferter Urängste ist, so oberflächlich bleibt die dramaturgische Auseinandersetzung damit. Mit seiner musischen Verspieltheit und beherzten Toleranz ist der kunterbunte Kinderfilm zwar nett anzuschauen, aber erfüllt nie die Verheißungen der originellen Optik. 

Kritik: Lida Bach

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