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Quelle: themoviedb.org

Inhalt

Drei Kindheitsfreunde, Aïssa, Oscar und Simon, ziehen eines Abends durch die Straßen von Paris, um eine freudige Nachricht zu feiern. Im Nachtbus der Linie N121, der sie nach Hause bringen soll, führt ein Zwischenfall dazu, dass sie in eine ausweglose Situation geraten.

Quelle: themoviedb.org

Kritik

Wenn man zufällig in eine ausweglose Lage gerät, aus der man sich nicht befreien kann, entsteht schnell eine Situation, die aus psychologischer Sicht sehr interessant werden könnte. Insbesondere dann, wenn mehrere Menschen beteiligt sind, die sich noch gar nicht kennen und erst notgedrungen zu einer Gruppe werden, die ihre eigene Gruppendynamik aufbaut. Genau mit dieser Thematik arbeitet N121 - Terror im Nachtbus und er offenbart eine durchaus fesselnde Geschichte, und das, obwohl der Film an sich recht unspektakulär mit der Vorstellung der drei Freunde in einem eher ärmlichen Milieu beginnt. Der Beginn wirkt ein wenig klischeehaft und zeigt Jungs, die sich mit den typischen „Unterschicht-Problemen“ wie Alkoholikervater oder im Knast sitzender Bruder herumschlagen müssen. Dabei werden ihre Problemchen recht schnell und ziemlich oberflächlich abgearbeitet, bis der Film sogar vorübergehend ganz ins Stocken gerät, während sich die Jungs ausgiebig über ihre Zukunft unterhalten und sich unentwegt gegenseitig „Bruder“ nennen.

Erst wenn sie in den vollen Nachtbus einsteigen, geht die Handlung wieder voran. Der Film wird zwar nicht schlagartig spannend, aber man hat dennoch den Eindruck, dass es endlich zur Sache geht, weil eine an sich interessante Situation geschaffen wird: Mehrere Menschen treffen in einem Bus aufeinander und eine auf den ersten Blick vollkommen harmlose Situation eskaliert. Es bleibt dabei nicht nur bei einem Streit zwischen zwei Menschen, sondern aus einer sprichwörtlichen Mücke wird unerwartet ein Elefant und es droht die totale Eskalation. Jeder wird hineingezogen, wie bei einer Lawine. Diese Eskalationskette ist von vielen Überraschungselementen geprägt, und es kommt zu Verwicklungen, mit denen man definitiv nicht rechnet. Plötzlich liegen die Nerven bei allen blank und die Spannung beginnt zu steigen. Allein aus strafrechtlicher Sicht ist der Film unglaublich spannend, insbesondere wenn man die Strafbarkeit aller beteiligten Personen prüfen wollen würde. Wer handelt hier gerechtfertigt? Wer ist gut? Wer ist böse?

Bevor man N121 - Terror im Nachtbus zu sehr lobt, sollte man jedoch im Auge behalten, dass der Film nicht auf dem Niveu von Speed ist, weil es eben ein Low-Budget-Film  ist, und dennoch sollte man die Filmemacher nicht dafür bestrafen, dass der Film nicht mit den Hollywoodfilmen mithalten kann. Ganz im Gegenteil, der Film macht alles richtig und der Regisseur Morade Aïssaoui  arbeitet gut mit den ihm zur Verfügung stehenden Mitteln. Es ist außerdem eine gut durchdachte Geschichte, die sich als eine Art Sozialstudie eignet. Die Gesellschaftskritik ist unverkennbar. Auch in der Umsetzung funktioniert der Film und schafft es, sein Publikum bei Laune zu halten, obwohl er nicht immer realistisch ist. Insbesondere das Ende ist fernab von jeder Realität, aber wenigstens konsequent. Im Großen und Ganzen ist der Eindruck eher positiv und die Entwicklung der Figuren ist durchaus interessant.

Fazit

"N121 - Terror im Nachtbus" präsentiert eine stellenweise durchaus fesselnde gesellschaftskritische Studie über die menschliche Natur. Der Film ist nicht immer realistisch, hat aber einen roten Faden, zeigt Entwicklung bei den Figuren und entfaltet seine Wirkung.

Kritik: Yuliya Mieland

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