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Quelle: themoviedb.org

Inhalt

Ein Coming-of-Age-Film über die junge, aufstrebende Künstlerin Luiza. Entschlossen, ihre Familie zusammenzuhalten, nachdem bei ihrer Mutter Schizophrenie diagnostiziert wurde, findet Luiza die Kraft, sich Angst, Einsamkeit und Diskriminierung zu stellen und ihre Familie zu vereinen.

Kritik

Jeder hat eine Wüste in sich, sagt ihre Mutter Soraia (Daniela Fontan, Als Schwiegermutter einzog) der jungen Protagonistin Alan Minas‘ magisch-realistischer Mischung aus bittersüßer Coming-of-Age-Story und psychopathologischem Familienporträt. Dessen emotionale Risse verlaufen entlang der Symptome der schizophrenen Episoden, die Soraia immer weiter vom häuslichen Alltag in Rio de Janeiros Peripherie entrücken. Parallel zur künstlerischen Kreativität der fünfzehnjährigen Luiza (Nina Prado) wachsen die Wahnvorstellungen ihrer Mutter. Deren Krankheit erscheint als psychiatrisches Pendant der schöpferischen Phantasie, in der Luiza Zuflucht sucht.

In dramatischer Analogie dazu verläuft Soraias mentaler Abbau gegenläufig zum jugendlichen Reifeprozess ihrer Tochter. Ihre enge Bindung zur Mutter erodiert deren zunehmend unberechenbares Verhalten, das die Ehe mit Luiza’s Vater Arnaldo (André Luiz Miranda, Astral City: A Spiritual Journey) bereits zerstört hat. Während er sich räumlich und emotional mit einer neuen Partnerin abschottet und ihre Schwester schließlich zur Tante flüchtet, erlebt Luiza allein den unaufhaltsamen Zerfall ihres Zuhauses. Ihre gefühlte Einsamkeit und Verlorenheit zeigen sich ebenfalls im Bild der Wüste.

Jenes evoziert der Regisseur und Drehbuchautor sowohl in Gesprächen und Andenken als auch visuell. Landschaften sind in den symbolistisch angehauchten Szenen zugleich seelische Topographie, in der sich Charaktere zurückziehen oder verlieren. Imagination wird zur ambivalenten Kraft, die zerstören kann, aber auch befreien und heilen. Graffiti gibt Luiza ein kreatives Ventil und ihre Crew Gemeinschaft, doch gemeinschaftlicher Rückhalt kommt mit dem Risiko von Vorurteilen. Soziale Stigmatisierung ist beängstigender als die geistige Desintegration, deren banale Tragik stärker wirkt als forciertes Sentiment. 

Fazit

In den warmen Sandtönen des Titelorts erzählt Alan Minas von emotionaler Resilienz und psychischem Zusammenbruch aus jugendlicher Perspektive. Trügerische Hoffnung und irrationale Wut wechseln in der verunsicherten Heldin. Ihre Erfahrungen revidieren das oftmals reißerische Konzept psychischer Erkrankung im Film mit nüchternem Realismus, der zugleich die von surrealen Elementen durchzogene Inszenierung erdet. Kompetente Darstellungen, insbesondere von Prado und Fontan, verstärken die Figurendynamik des ambitionierten Jugenddramas. Dessen engagierte Verarbeitung der anspruchsvollen Themen innerer Isolation und individuellen Umgangs mit psychischen Krisen überbrückt strukturelle Unsicherheiten.  

Kritik: Lida Bach

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