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Quelle: themoviedb.org

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Inhalt

Eine Gruppe ehemalige Initiatoren der sogenannten "Conversion Therapy" sprechen über ihre Erlebnisse.  Als führende Mitglieder und Repräsentatoren der christlichen Gruppierung Exodus International, die nach einer Reihe von Skandalen aufgelöst wurde, waren sie aktiv beteiligt an der umstrittenen Praxis,  die transsexuelle Menschen cis-gender und alle Nicht-Heterosexuellen straight machen soll, doch stattdessen zu Traumatisierung und Tod führt. 

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Quelle: themoviedb.org

Kritik

Je länger sich Kristine Stolakis zwiespältiges Langfilm-Debüt hinzieht, desto erdrückender werden die Zweifel an den guten Absichten der Regisseurin. Deren dokumentarischer Diskurs mit ehemaligen Mitgliedern der auf Conversion Therapy spezialisierten US-Organisation Exodus International verfehlt nicht nur die sensible Thematik, sondern wird zur Bühne tränenreicher Täter*innen. Deren apologetische Auftritte verdecken das vielschichtige Fundament politischer, religiöser und medizinischer Ideologie sowie die Sektenstrukturen der sogenannten „Ex-Gay“-Bewegung, die keineswegs die einzige ihrer Art ist.

Doch diesen dramaturgisch und politisch opportunen Popanz einer isolierten Vereinigung erweckt die intransparente Inszenierung. Erwähnt ein Ex-„Ex-Gay" die Zusammenarbeit zwischen Exodus und Psychologen, bleibt dies der einzige Verweis auf die Profitabilität des heterosexueller Heilversprechens. Doch die Gewinnbeteiligung der Ex-Initiatoren-Clique vor der Kamera kommt nie zur Sprache. Kein Wort über ideologische Indoktrination in der Familie, fehlende Schutzprogramme für minderjährige Therapie-Opfer, die Schlüsselrolle der Kirche und konservativer Politiker, die Conversion Therapy dulden.

Stattdessen suggeriert eine lesbische Eheschließung mit klerikaler Trauung, im Haus des Herrn sei jedes Regenbogenschäfchen willkommen, obwohl deren Verdammung und Verfolgung ein Grundpfeiler christlicher Religion ist. Die sich bis in die Gegenwart erstreckende Verstrickung klinischer Pathologisierung, politischer Kriminalisierung, klerikaler Stigmatisierung und medialer Stereotypisierung queerer Menschen als gefährliche Perverse findet keine Erwähnung. Noch weniger der verstörende Umstand, dass der Irrglaube an die Möglichkeit und Notwendigkeit einer sexuellen Umorientierung durch äußere Einflussnahme weiterhin Teil der Schulmedizin ist.

Fazit

In seiner oberflächlichen Abhandlung von Conversion Therapy als selbstauferlegtes Bet- und Beichtprogramm ähnelt Kristine Stolakis’ dokumentarisches Debütwerk bedenklich einer Auftragsarbeit jener ehemaligen Conversion-Gurus, deren Exkulpation sie dient. Der historische Hintergrund und die politische Ebene der kontroversen Praxis werden geflissentlich übergangen. Auf die Opfer der Bewegung, die in den Suizid getriebenen wurden, verweisen nur ein Halbsatz und eine Schlusswidmung. Die wirkt geradezu zynisch seitens einer Regisseurin mit dem Hauptanliegen, das Gewissen der Mitverantwortlichen zu erleichtern.

Autor: Lida Bach

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