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Quelle: themoviedb.org
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Inhalt

Ein Filmemacher versucht, eine letzte, unbeantwortete Einladung zu entschlüsseln: Warum bat die renommierte libanesische Regisseurin Jocelyne Saab zwei Monate vor ihrem Tod um eine Zusammenarbeit? Da seine Antwort sie nie erreichen kann, wird der Film zu einer lyrischen Expedition durch Leben, politisches Engagement und künstlerische Vision einer einzigartigen Stimme aus einer revolutionären Ära.

Kritik

Das vielfältige Archivmaterial, das Mohanad Yaqubi als zur dynamischen Hommage an eine Ikone des libanesischen Kinos arrangiert, wird zum zeitpolitischen Spiegel lebendiger Erinnerung. Jene wächst und wandelt sich beständig in dem dokumentarischen Porträt der libanesischen Filmemacherin und Journalistin Jocelyne Saab (Adolescente, sucre d'amour). Im Januar 2019 verstarb die prägende Figur des internationalen Dokumentarfilms und der libanesischen Revolution. Deren Entwicklung, insbesondere in den 1970ern und frühen 1980ern ist elementarer Bestandteil der organischen Chronik, initiiert von einer Frage ohne endgültige Antwort.  

Kurz vor ihrem Tod fragte Saab Regisseur Yaqubi nach einer Zusammenarbeit, die ihre fortgeschrittene Erkrankung letztlich verhinderte. Der Impuls gewinnt eine neue Form als essayistisches Porträt einer faszinierenden Persönlichkeit und ihres Heimatlandes sowie beider komplexer Beziehung. Historische Zusammenhänge erschließen sich in dem assoziativ arrangierten Material vorrangig durch Montage. Fragmente Saabs früher Reportagen und Auszüge ihrer einflussreichsten Arbeiten stehen gegenüber Nachrichten-Bildern und Tonaufzeichnungen. Deren Zuordnung bisweilen uneindeutige Zuordnung macht die narrative Orientierung für das Publikum mitunter herausfordernd. 

Reflexion und Rückschau verknüpfen sich zu einem Schaffensbild, das die Bedeutung autarker visueller Dokumentation politischer und sozialer Prozesse vermittelt. Saabs scharfes Bewusstsein für diese generationsübergreifende Relevanz spricht aus ihren Aufnahmen Beiruts und der Widerstandsbewegung, die zugleich eine bis dahin Ausgeblendete weibliche Perspektive eröffnen. Historische Ereignisse bleiben verankert in den alltäglichen Kämpfen um eine doppelte Emanzipation, gegen patriarchalische und politische Unterdrückung. Der bleibende Einfluss Saabs filmischen Werks, aktivistischen und journalistischen Wirkens wird zum Spiegel nationalgeschichtlicher Identitätsfindung. 

Fazit

Narben und Traumata der Vergangenheit werden in Mohanad Yaqubis biographischem Essay zu Zeichen revolutionärer Resilienz. Die raue Form der auf teils geschädigtem Film entstandenen Bilder verleiht dem vibrierenden Geflecht aus Zeitgeschichte, Werkschau und Lebensweg eine markante Atmosphäre und Haptik. Als menschlicher Fokus und eigenständige Autorin ist Jocelyn Saab humanistischer Ankerpunkt des Szenarios. Seine lose Struktur und impulsiver Rhythmus definieren die mitreißende Aura eines politischen Biopics, das den Bogen von der transnationalen Befreiungsbewegung zu gegenwärtigen Konflikten schlägt. 

Kritik: Lida Bach

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