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Quelle: themoviedb.org

Verfügbar auf

Netflix

Inhalt

Seit drei Jahren ist der schüchterne Teenager und Comicfan Marty mit der positiv-verschrobenen Sally befreundet. Und seit dem ersten Tag heimlich in sie verliebt, ohne ihr dies gestehen zu können. Als Sally von dunklen Mächten bedroht wird, wächst Marty über sich selbst hinaus und versucht alles, seine Angebetete zu retten.

Kritik

Die Philippinen sind jetzt nicht unbedingt DIE Filmnation schlechthin, zumindest als Exportlieferant für des westlichen Markt. Auch Saving Sally, das Spielfilmdebüt von Regisseur Avid Liongoren, wird kaum viel weiter als leicht über den Tellerrand von Filmfestivals und Nischen-Geheimtipp hinausschauen dürfen, dafür ist die ganze Angelegenheit doch etwas zu speziell. Dabei erzählt er eigentlich nur eine ganz konventionelle Comig-of-Age-Lovestory, mit zugegeben etwas ungewöhnlichen Stilmitteln, aber einer unverzichtbaren Hauptzutat: Ganz viel Herz und Herzblut.

Der 17jährige Marty (Enzo Marcos) lebt in einer Welt voller Monster. Keine realen Monster, nur er sieht sie so. Es sind all diese Menschen um ihn herum, die ihn entweder ignorieren, die ihm Angst einjagen, die eine ganz andere Spezies zu sein scheinen als er selbst. Und das sind viele. Eines der wenigen Nicht-Monster ist Sally (hat das gewisse Etwas: Rhian Ramos). Eine selbstbewusste, toughe, aber dennoch leicht fragile Mischung aus Aschenputtel, Pipi Langstrumpf und Daniel Düsentrieb. Seit Jahren sind sie eng befreundet, verbringen nahezu jede freie Minute miteinander, die Wände von Marty’s Zimmer sind tapeziert mit selbstangefertigten Zeichnungen seiner heimlichen Traumfrau. Sie scheinen wie füreinander gebacken. Zwei Außenseiter auf der gleichen Wellenlänge, umgeben von einer Welt die nicht viel von ihnen wissen will, was auf Gegenseitigkeit beruht. Es könnte so schön sein, doch da gibt es zwei ganz große Probleme.

Marty ist einfach nicht in der Lage, Sally seine wahren Gefühle zu gestehen und sie lebt mehr oder weniger in einem Verließ. In dem dunklen Haus dort oben auf dem Hügel, gefangen gehalten von ihren Pflegeeltern. Zur Hausarbeit verdonnert, die sozialen Kontakte streng auf ein Minimum reguliert, bei Zuwiderhandlungen offenbar körperlich gezüchtigt. Marty wäre gerne der Superheld, der Sally aus den Klauen der Monster befreit, doch fehlt ihm der Mut und ein Plan, wie er das angehen soll. Bis Nick auftaucht. Einen geheimen Freund, DEN Freund, den Sally Marty plötzlich stolz vor die Nase setzt. Statt selbst das Herz von Sally zu erobern wird „der beste Freund“ Marty nun zum unglücklichen Botschaften-Kurier zwischen den Verliebten. Muss mitansehen wie seine Prinzessin sich einem anderen an den Hals wirft. Einem älteren, durchtrainierten, coolen Aufreißer, dem genauen Gegenteil von ihm selbst. Wächst der schmächtige Comic-Fan nun endlich über sich selbst hinaus oder wird er seine Sally endgültig verlieren?

Saving Sally wist im ersten Moment leicht gewöhnungsbedürftig. Die schrille Optik, der Mix aus gelegentlich laienhaft-wirkenden Realszenen, wenigen, spleenigen Requisiten und Graphic-Novel-Animationen hat seinen Reiz, erscheint aber eine Weile mehr wie Mittel zum Zweck. Wie Staffage. Niedlich, aber einfach nur da um aufzufallen und um über die sonst geringen Mittel elegant hinwegzutäuschen. Man braucht somit wenig Nebendarsteller und das erscheint auch ganz gut so, denn speziell die scheinen mit ihrem gebrochenen, eindeutig auswendig gelernten Englisch manchmal fast überfordert (Marty’s Eltern!). Doch selbst wem das so geht, ruhig dran bleiben. Denn letztlich entwickelt sich Saving Sally zu einem wirklich charmanten Liebesfilm mit einem harmonischen Hauptdarstellerduo, einfallsreichen Märchen- und Fantasy-Metaphern und einigen wunderbaren optischen Spielerein. Der notwendige Mix aus Liebeskummer, ernsthaftem Comig-of-Age-Drama, Humor und einem sehr empathischem Eskapismus-Faktor gelingt mit fortlaufender Zeit bemerkenswert gut. Klischees und Kitsch sind natürlich drin, werden aber geschickt durch den surrealen Anteil als „Superhelden-Part“ verkauft, während der Film sich trotzdem sehr ernsthaft mit den Problemen, Sehnsüchten und Verarbeitungsprozessen seiner Hauptfiguren auseinandersetzt, mit denen viele Zuschauer sich werden identifizieren können. Man merkt schon, für wen dieser Film in erster Linie gemacht ist. Von, über und für Geeks mit dem Herz am rechten Fleck.

Fazit

Altbewährtes kreativ verpackt. „Saving Sally“ erzählt eine erprobte Außenseiter-Spitzenreiter-Teenie-Romanze in kreativer, ungewöhnlicher und detailverliebter Präsentation. Lässt sich wenig Neues einfallen, versteht das dafür aber so ungewöhnlich anzurichten, dass der Wiedererkennungswert enorm sein dürfte. Ein schön-schräger Charmebolzen, der wahrscheinlich so manche Herzen im Sturm erobern wird.

Kritik: Jacko Kunze

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