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Quelle: themoviedb.org
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Inhalt

Jung, neugierig und voller Tatendrang verlässt Siri Hustvedt das weite, ruhige Minnesota und stürzt sich mitten hinein ins pulsierende New York. Auf der Suche nach der Hauptfigur ihres ersten Romans beginnt sie eine Reise, die sie nicht nur zur Schriftstellerin macht, sondern zu einer der wichtigsten Stimmen der amerikanischen Gegenwartsliteratur.

Kritik

Mit einer Spur Selbstironie, die schon der Titel Sabine Lidls reflektierten Porträts leichthändig aufgreift, zeichnet die US-amerikanische Schriftstellerin und Professorin ihren Lebenslauf nach und sinniert dabei über die Menschen und Motive, die ihn prägten. Ihre Mutter und drei jüngeren Schwestern sowie der nur wenige Monate vor Drehschluss verstorbene Autor Paul Auster, ihr “Lebensmensch” und langjähriger Partner. Die Suche nach Selbstausdruck, der Umgang mit chronischer Krankheit und die Wahrnehmung von Weiblichkeit. Das filmische Langzeitprojekt erschließt Hustvedts Werdegang, Werk und Denkweisen empathisch und ehrerbietig. 

Etwas zu ehrerbietig vielleicht, ist doch jegliche kritische Betrachtung der Titelheldin dieses doku-dramatisch ausgeschmückten Familienromans tabu. Von der Kindheit bis zur Gegenwart erscheint die Protagonistin als intellektuelles Ideal. Dessen Herausforderungen und Konflikte gefährden die Makellosigkeit nie, sondern vervollkommnen sie. Ihre Familie strahlt vollkommene Harmonie aus; Schwiegersohn und Fotograf Spencer Ostrander betont die Innigkeit der Bindungen, die er auf repräsentativen Bildern festhält. Hustvedts Vater sei schwierig gewesen, aber doch unendlich liebevoll, die einzig herbe Anekdote über ihn ist ein lapidarer Kommentar zu ihrer Dissertation. 

Die Kamera gleitet bewundern über Jugendbilder einer modellhaft schönen Hustvedt, die berichtet, wie ihre Romane als Lebensbeichte missdeutet werden, obwohl die Ereignisse rein fiktiv sind. Dennoch suggerieren Schauspielszenen zu Romanpassagen eine Einheit von Autorin und der ihr auffällig ähnlichen Romanfigur. Ihre Betrachtungen über Louise Bourgeois, Hexenhinrichtungen und Hysterie liefern interessantes Konversationsmaterial, aber keine neuen Erkenntnisse. Dass jene ausbleiben, liegt auch an der Passivität der Regisseurin, die selbst in widersprüchlichen Momenten - etwa, wenn Hustvedt sich und Auster as „arm“ bezeichnet, trotz beider fünfundfünfzig Wohlstands - nie nachhakt. 

Fazit

Ein Hochglanz-Porträt in jeder Hinsicht, visuelle, formal und biographisch, dessen assoziative Chronik von Kreativität, Identität und Liebe Brüche beiläufig ausbügelt und keinen Schatten zulässt. Die vielstimmige Würdigung rahmt Siri Hustvedt als führende Intellektuelle mit engem Bezug zu Kunstschaffenden ihrer Generation und differenziertem Blick auf die Wahrnehmung von Weiblichkeit. Dass ihre Sichtweise indes fest in einer weißen, wohlständigen, akademistischen Tradition verwurzelt ist, wird nie diskutiert. Ebenso diffus bleibt ihre Bedeutung für eine jüngere Generation und alle, die außerhalb des privilegierten Kreises stehen.

Kritik: Lida Bach

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