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Rumänien 1953: das Land steht unter kommunistischer Herrschaft. In einem abgelegenen Dorf ist davon jedoch nicht viel zu spüren. Der Bürgermeister und seine Genossen werden für ihre ideologischen Flausen eher verspottet. Das Leben der Dorfgemeinschaft dreht sich um Wichtigeres: Arbeit, Geselligkeit und nicht zuletzt Liebe.

Kritik

Stalin ist tot. Ein Grund zum Feiern? Nicht für die Bevölkerung des kleinen rumänischen Dorfes, in dem Mara (Meda Andreea Victor) und Iancu (Alexandru Potocean) im Jahr 1953 leben. Dabei hatten die Dorfbewohner gerade das anlässlich der Hochzeit des jungen Pärchens vor. Der Sowjetstaat rückt den Ortsbewohnern, die alles andere als überzeugte Kommunisten sind, in Gestalt eines russischen Offiziers zu Leibe. Festivitäten jeder Art streng verboten! Sieben Tage lang. Dann aber steht die Fastenzeit an und wer will schon zweimal den Vermählungsstress durchmachen? Die findigen Dorfbewohner, die in Horatiu Malaele komödiantischer Groteske entfernte Verwandte der Schildbürger sind, müssen sich etwas einfallen lassen. 

Schon die reich gedeckte Festtafel verrät, dass die Protagonisten nicht im wirklichen Rumänien der Sowjetzeit leben, sondern einem nostalgischen Schlaraffenland. Nachts finden die Einwohner sich zusammen, um klammheimlich und mucksmäuschenstill zu feiern. Mit diesem leisen Freudenfest tanzen sie sinnbildlich unter der Nase der Obrigkeit derselbigen auf der Nase herum. Diese ulkige Veranstaltung versteht sich selbst zum einen als Burleske im Geiste Nikolei Gogols, zum anderen als Parabel. Allerdings ist der Regisseur im Gegensatz zu den Figuren kein Leisetreter und posaunt sein Anliegen laut heraus. Den Erwachsenen wird der Mund verboten, den Kindern gar verbunden. Unmanierlich muss ohne Besteck gegessen werden, damit nichts klirrt und klappert. Die Tischrede auf das Brautpaar wird als stille Post übermittelt und kommt prompt völlig falsch an. Beim Tanz zu pantomimischer Musik vergeht dann selbst der Braut der Spaß bei der Scharade. Botschaft angekommen: Die Sowjetdiktatur unterdrückt das Volk, nachdem der Kommunismus längst tot ist. Die Menschen werden gewaltsam mundtot gemacht. Fügen sie sich nicht, bringt man sie womöglich endgültig zum Schweigen. 

Entweder hält sich Malaele für einen großen Märchenerzähler oder er ist einfach totaler Fan der Bestie Boys. Sein Film wirkt wie ein Alternativclip zu „Fight for your right to party“. Das Originalvideo ist allerdings bedeutend besser als die ungelenke Filmfabel, die eine einzige originelle Idee zu Tode reitet. Was bleibt, ist eine Historie ohne Zauber, die dafür abgeschmackt und heuchlerisch erscheint. Dass Maras verwirrte Schwester vergewaltigt und ermordet wurde, trübt die Feierlaune zum Beispiel nicht. Das schaffen erst ein Trupp ungeladener Party-Crasher: sowjetische Panzer. Als einfache Landleute mit goldenem Herzen sollen die Dorfbewohner wahrgenommen werden. Doch in der Gemeinde wuchern Gehässigkeit und Brutalität. Maras Vater ist ein gewalttätiger Trinker, der Mara missbraucht hat und, wie angedeutet wird, es vielleicht noch tut. Iancu war vor Mara mit deren Schwester liiert, ließ sie aber sitzen. Der Plot deutet an, dass Iancu sie in den Wahnsinn trieb, aber sie weiterhin sexuell begehrt. Mara heiratet er nicht aus Liebe, sondern aufgrund sozialen Drucks. Die Dorfbewohner beschimpfen, schlagen und erniedrigen einander. Die Dorfhure und ein kleinwüchsiger Einwohner sind überall dabei, werden aber herablassend behandelt. Die fadenscheinige Tragikomödie inszeniert all dies nicht nur kritiklos, sie rückt es teilweise sogar in ein positives Licht.

Fazit

Malaeles Wurzel im Theater sieht man seinem Kinodebüt überdeutlich an. Der Humor ist zu vulgär, um amüsant zu sein, an Atmosphäre mangelt es der verkrampften Inszenierung gänzlich. Kein Grund zum Feiern.

Autor: Lida Bach

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