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Quelle: themoviedb.org

Inhalt

Herr Ham entscheidet sich für eine Herzentfernung, um von seinen komplizierten Gefühlen befreit zu werden. Der Arzt versichert ihm, dass dies in der heutigen Zeit überhaupt kein Problem mehr darstellt.

Kritik

Herzlos sein, das will Herr Ham (Benjamin Martin), und zwar so richtig, im brutal buchstäblichen Sinn. Also macht er, was viele Leute hierzulande machen: Er geht zum Arzt. Aber nicht zum Psychologen, sondern zum Chirurgen. So beginnt bei den Berlinale Shorts Eva Pedrazas und Fanny Sorgos makabere Miniatur über diese Gegenwart, in der Gefühle wie ein Störfaktor behandelt werden. Auf doppelter Ebene, sowohl sozial als auch ärztlich. Real mit Medikamenten, auf der Leinwand mittels Operation.

Die sarkastischen Splatter-Szenen stehen in kuriosem Kontrast zu der naiven Optik des Tuschfarben-Trickfilms, dessen 6-minütige Handlung die Form eines bitteren Sketches hat. Doch die in einem zweisamen Dialog nach der Herzentfernung aufgeworfenen Fragen und jene, die ungesagt unterschwellig mitschwingen, sind keineswegs nur spaßig. Kann man einfach aufhören zu lieben? Und ab wann ist der Wunsch, ein Leiden loszuwerden, nur noch eine körperliche Kommodität? Eines immerhin ist gewiss: Es wird hierzulande zu viel amputiert, besonders Gehirne. 

Fazit

Im Stil eines blutrünstigen Bilderbuchs entwerfen die Regisseurinnen und Autorinnen eine skurrile Parabel der irreversiblen Radikalkuren all dessen, was dem omnipräsenten Drang zu Eindeutigkeit und Einordnung widerstrebt. In seinen Kritikpunkten pleite der ästhetisch und inhaltlich durchaus originelle Plot indes leider zu vage, obwohl interessantere und relevantere Themen direkt unter der Oberfläche des Blutsees blubbern. Das medizinische und soziale Pathologisieren menschlicher Gefühle sowie die ambivalenten Möglichkeiten körperlicher Modifikation sind nur schemenhafte Motive des herzigen Debüts. 

Kritik: Lida Bach

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