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Quelle: themoviedb.org
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Inhalt

In Utah droht eine ökologische Nuklearkatastrophe. Zwei unerschrockene Wissenschaftler und ein politischer Insider kämpfen gegen die Zeit, um ihre Heimat vor einer beispiellosen Katastrophe zu bewahren.

Kritik

Glaube sei entscheidend, damit Wunde geschehen können, heißt es in einer Szenen   zwiespältigen Beitrags zum US-amerikanische Dokumentarfilm Wettbewerb des 42. Sundance Film Festivals. Die Szene ist nicht die innige, die zugleich bitter ironisch scheint und paradox problematisch für eine filmische Warnung mit scheinbar ökologischem Fokus. Letzter gilt dem drohenden Kollaps des Great Salt Lake, in dessen Umkreis auch das Film Festival stattfindet. Die physische Proximität verleiht Ellis Werk eine greifbare Dringlichkeit in tragischem Kontrast zur abwartenden bis ignoranten Haltung tatenloser Politiker. 

Der See schrumpft rapide, jahrzehntelange übermäßige Wasserentnahme und ein sich erwärmendes Klima bedrohen ein einzigartiges Ökosystem und die Gesundheit und Wirtschaft ganzer Gemeinden. Doch die für Menschen und Natur fatalen Folgen des Bagatellisierens der drohenden Katastrophe zeigt die Regisseurin ebenso zaghaft wie dessen Hintergründe. Statt die Konflikte um die längst eminenten Auswirkungen des drastischen Absinkens des Wasserspiegels zu durchleuchten, entsteht ein Bild kameradschaftlicher Konflikte. Monetäre Interessen, politischer Lobbyismus und religiöser Fundamentalismus werden nie als entscheidende Faktoren erkenntlich. Im Gegenteil verklärt die harmonisierende Inszenierung Gläubigkeit systematisch. 

Repräsentative Figur dafür ist der strenggläubige Mormone und Biologe Ben Abbott, der als engagierter Kämpfer für den See und liebevoller Familienvater erscheint. Thematisch irrelevante Familieneintracht lenkt auf manipulative Weise die Sympathien des Publikums, das Religion mit Verantwortung, Familienwerten und Gemeinsinn verbinden soll. Dass die Geringschätzung gegenüber wissenschaftlichen Fakten und Überzeugung gottgegebener Hoheit über die Natur im fundamentalistisch geprägten Utah Umweltschutz und rigoroser Reduktion des Wasserverbrauchs blockieren, lässt sich nur erahnen. Die inszenatorische Unentschlossenheit steht in bedrückendem Kontrast zu der alarmierenden Realität, die Wunderglaube nicht richten kann.

Fazit

Klassische Naturdokumentation, Gemeindeskizze und Familiendrama verbindet Abby Ellis zu einem ökologischen Weckruf, dessen Mutlosigkeit mehr aussagt als die beliebigen Kameraaufnahmen. Jene interessieren sich mehr für politisches Palaver, private Momente, Beten und Bibel-Blättern als eine hintergründige Studie des ökologischen Status. Die gefährliche Dynamik ideologischer Irrwege, konservativer Konsens und opportunistischer Opposition wirkungsvoller Initiativen verschleiert eine spürbare Befangenheit, die es allen beteiligten Parteien recht machen will. Reaktionäre Anbiederung und frömmelnde Familienszenen sollen augenscheinlich ein republikanisches Publikum mehr für den Film einnehmen als für die Umweltproblematik interessieren. 

Kritik: Lida Bach

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