{{ tweet.login }}

{{{ tweet.body | format }}}

Wird geladen...

×
×

Erwähnungen

×

Benachrichtigungen

Quelle: themoviedb.org

Inhalt

Als ein monströses Wesen aus einem schmelzenden Eisberg entkommt, muss ein an sich selbst zweifelnder jugendlicher Buckelwal sich seinen Ängsten stellen und mit seinen Freunden in die dunkelsten Tiefen tauchen, um ein mystisches Lied zu entdecken, das die Ozeane vor der Zerstörung retten kann.

Kritik

Finding Nemo, The Land Before Time und Bambi sind überdeutliche Einflüsse Reza Memaris Unterwasser-Animationsfilms, dessen unausgegorene Story und konventionelle Charaktere jedoch deutlich hinter den Vorbildern zurückbleiben. Die Handlung folgt klassischen Schemata, bleibt jedoch voller loser Enden und ungenutztem Potenzial. Buckelwal-Junge Vincent verliert als Kind seine liebevollen Eltern und damit auch seinen Wunsch, wie sein Vater ein magischer Walsänger zu werden. Doch nur jemand mit der titelgebenden Gabe kann die Meere vor drohendem Unheil retten.  

Mit Hilfe des draufgängerischen Orca-Mädchens Daria und seines Putzerfisch-Betreuers Walt macht der junge Protagonist sich auf eine gefährliche Reise, um die Meere zu retten und seine verlorene Familie zurückzuerhalten. Das Konzept des titelgebenden Walgesang, der offenbar heilende Fähigkeiten besitzt, wird nie klar etabliert. So dient die Fähigkeit, von der sich Vincent losgesagt hat, zugleich als Synonym für familiäre Bestimmung, McGuffin und Wunderwaffe gegen ein feindliches Kraken-Monster namens Leviathan. Auch dessen Natur wird nur schemenhaft und widersprüchlich angedeutet.

Eine ähnliche Diskrepanz zwischen Ambitionen und Ausführung zeigt sich auf visueller und thematischer Ebene. Die Bilder sind zeigen die Unterwasserwelt in schillernden Farben, entwickeln in ihrer Fixierung auf Niedlichkeit jedoch kaum Atmosphäre und bleiben stilistisch fade. Der unterentwickelte Plot reißt zahlreiche gewichtige und äußerst spannende Themen an - familiäre Verluste, Traditionsdruck, Umweltverschmutzung und Selbsttäuschung - doch arbeitet keines davon genügend aus. So bleiben die Motive von Freundschaft, Zusammenhalt und Akzeptanz ohne emotionale Resonanz. Harmloses Kinderkino ohne Tiefgang. 

Fazit

Wenn auch wenig originell und durchgehend generisch, ist Reza Memaris animiertes Meeres-Abenteuer hübsch anzusehen. Trotz der Vorhersehbarkeit bietet die bewährte Story einige charmante Details wie eine Hauptfigur mit Handicap und ein nonbinary Seepferdchen. Das gelungene Synchron Voice Acting kaschiert die holprige Dramaturgie, in die sich auch fragliche Suggestionen von erblicher Bestimmung, Sekten und Traditionalismus schleichen. Dennoch bleibt die Inszenierung harmlos genug, um mit ihrer schlichten Erzählform und reizvollen Tiefsee-Szenerie den Jüngsten im Publikum als Einstiegsfilm dienen.

Kritik: Lida Bach

Wird geladen...

×