{{ tweet.login }}

{{{ tweet.body | format }}}

Wird geladen...

×
×

Erwähnungen

×

Benachrichtigungen

Quelle: themoviedb.org
Big default
  • 95 Min
  • Regie
  • Drehbuch
  • Cast

Inhalt

Im von den Taliban kontrollierten Afghanistan, wo Frauen das Recht auf Bildung, Arbeit und freie Meinungsäußerung verweigert wird, riskiert eine Gruppe junger Frauen ihr Leben, um einen geheimen Lesekreis zu gründen.

Kritik

Weibliche Selbstermächtigung, Solidarität und die universelle Kraft der Kunst stehen im Zentrum Shakiba Adil und Elina Hirvonens dringlichem Dokument, das auf CPH:DOX seine Weltpremiere feiert und dort in der Sektion. Nordic:DOC gewann. Politischer Appell und vielschichtiges Persönlichkeitsporträt verbinden sich zu einer beklemmenden Bestandsaufnahme des Lebens unter allumfassender totalitärer Unterdrückung. Forma durchdacht und emotional ergreifend erzählt das heimlich gefilmte Zeugnis stiller Rebellion von einer kleinen Gruppe junger Afghaninnen, die entgegen der rigorosen Verbote zusammenkommen und lesen. 

Das in Afghanistan verbotene “Tagebuch der Anne Frank”, das die im finnischen Exil lebende Adil ihrer in der Heimat zurückgebliebenen Freundin und Initiatorin der klandestinen Lesegruppe nahebringt, wird für die Mädchen zum Spiegel ihrer eignen Existenz im Verborgenen unter ständiger Gefahr der Entdeckung. Die strukturelle Stärke des bewegenden Pamphlets liegt zu gleichen Teilen in den persönlichen Berichten der jungen Frauen, die von Arbeit, Schulbesuch, Sport und jeglicher öffentlichen Aktivität ausgeschlossen sind, und einer parallelisierten Perspektive. 

Die schrecklichen Erlebnisse der Protagonistinnen stehen in direkter Analogie zur Adils Erinnerungen a die erste Invasion der Taliban. Der Bezug zu Anne Frank wiederum fungiert als eine radikalere historische Referenz, die fundamentalistische Regime als globale Gefahr erkennt und die internationale Apathie angesichts des Leids der Menschen in Afghanistan scharf kritisiert. Literarische Selbstverortung fungiert gleichsam als Mittel ideologischer Identifikation, Hoffnungsgeber und Akt des Aufbegehrens. Eine dokumentarisch und ideell eindrucksvolle Geste von universeller Resonanz in einer Ära global eskalierenden Reaktionismus. 

Fazit

Wenn die afghanischen Frauen in Shakiba Adil und Elina Hirvones mutigem Dokumentarkino in Anne Franks Tagebucheinträgen im belgischen Versteck ihr eigenes Dasein in Kabul wiedererkennen, hallt in diesem historischen Echo auch die Tatenlosigkeit der Weltöffentlichkeit. Archivbilder eines freien Afghanistans der 60er und 70er sowie der ersten Taliban-Machtergreifung 1996 zeigen beunruhigend die Labilität scheinbar selbstverständlicher Grundrechte. Die visuelle Dualität heimlicher Handy-Videos und Handzeichnungen der Protagonistinnen gegenüber offenen Kamerabildern aus Finnland verstärkt die systempolitischen Kontraste ebenso wie das Gefühl geistiger Verbundenheit. 

Kritik: Lida Bach

Wird geladen...

×