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Quelle: themoviedb.org

Inhalt

In der schillernden, pop-durchtränkten Welt eines japanischen Internats, das Teenager-Mädchen zu professionellen Meerjungfrauen ausbildet, lernt die 17-jährige Akame, die Luft anzuhalten, vor begeisterten Zuschauermengen aufzutreten und Seite an Seite mit Haien zu schwimmen. Unter ihrem Meerjungfrauen-Schwanz aus Silikon wird Akame ihre Sirenenstimme finden, die erste Liebe entdecken und eine Metamorphose durchleben – eine Verwandlung, die aus bloßer Performance eine tiefgreifende Transformation macht.

Kritik

Die Idee zu ihrem Meerjungfrauen-Movie kam Konstantina Kozamani (Arcadia) laut eigener Aussage  schon vor zehn Jahren, als die skurrile Sportart in den Mainstream schwappte. Nachdem Netflix dem Thema eine dokumentarische Mini-Serie widmete, liefert die griechische Regisseurin nun dazu den passenden Film. Stylish, suggestiv, skurril und synthetisch, hat das surreale Schaustück die Aura eines ausgedehnten Werbespots für den an eine Mischung aus Unterwasser-Ballet und Cosplay erinnernden Trend:. Die Zielgruppe dieses kuriosen Kunstprodukts mit unverkennbarem kommerziellen Einschlag scheint klar dual definiert. 

Auf der einen Seite junge Mädchen wie die 17-jährige Protagonistin Akame und ihre Kameradinnen auf einer japanischen Mermaid Academy, auf der anderen Seite Typen, die auf jugendliche Mädchen in verspielten Glitzer-Kostümen stehen. Doch die Aspekte von Sexualisierung und Schaulust spielen in der seichten Story voller schillernden Outfits und verträumter Visionen von tiefblauen Ozeanen und sprechenden Fischen keine Rolle. Das gleiche gilt für die elitäre Exklusivität des Sports, dessen kostenintensive Ausstattung und Trainingseinrichtungen ihn zum bizarren Statussymbol machen. 

Die serielle Struktur der unterentwickelten Handlung evoziert die Pilot-Folge einer Fantasy-Soap, doch dafür fehlt den Ereignissen die dramatische Substanz. Akames Freundschaften und Konkurrenzkämpfen mit den anderen Mädchen entwickeln sich kaum, ihre inneren Konflikte bleiben schemenhaft. Off-Kommentar und erklärende Dialoge behaupten philosophische Tiefe, doch davon ist mystifizierte Mär zwischen „Hanni und Nanni“ und einer sexy Variation von Arielle weit entfernt. Alles ist Ästhetik. Settings und Soundtrack sind Bühne für modellhafte Mädchenkörper mit regenbogenfarbenem Haar, knapper Kleidung und spielerischen Phantasie-Namen.

Fazit

„Echte Frauen machen Wellen!“, verkündet die Hauptfigur Konstantina Kotzamanis kalkulierten Kino-Debüts schließlich selbstgenügsam. Es ist befremdliches Statement für eine Story voll minderjähriger weiblicher Charaktere, deren „Wellen machen“ ein dezidiert voyeuristisch und erotisch konotiertes Show-Spektakel ist. So derivativ, blasiert und pseudo-emanzipatorisch wie das Dialog-Zitat ist das kapriziöse Kostümkino, das sich als feministische Fabel ausgibt und dabei ständig mit grenzwertigen Fetisch-Phantasien kokettiert. Eine türkis-blaue Farbpalette macht die Leinwand zur Glaswand, durch die das Kinopublikum seine filmische Mermaid-Show beäugen kann. 

Kritik: Lida Bach

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