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WilliamWhyler

Kritik von WilliamWhyler

Gesehen: Februar, 2026

Engel sind schwer zu finden, dieser Tage. Das müssen auch Lena und ihr Vater erkennen.
In Isaac Florentines „Hellfire – Verbrannte Erde“ ist Erlösung kein göttlicher Eingriff, sondern eine Frage von Feuerkraft und Moral. Der Film, angesiedelt im Jahr 1988, erzählt von einer Stadt, die im Kokainsumpf versinkt. Korruption, Gewalt und Hoffnungslosigkeit prägen das Bild. In dieses Pulverfass kehrt ein Mann (Nomade) zurück, der nicht mehr an Wunder glaubt, aber noch an Konsequenzen. Stephen Lang übernimmt die Rolle des innerlich wie äußerlich gezeichneten „Mann ohne Namen“ mit der ihm eigenen Wucht.
Gerade in ruhigeren Momenten verleiht er seiner Figur Schwere und Präsenz und trägt den Film über weite Strecken allein. In der ersten Hälfte setzt „Hellfire“ auf Atmosphäre. Die Ausstattung ist stimmig: Kleidung, Autos, Interieurs, alles atmet 1988. Keine Smartphones, keine digitale Hektik, sondern verrauchte Bars und rostige Pick-ups. Diese analoge Welt verleiht dem Film eine gewisse Erdung, die ihm gutsteht. Doch sobald die Action in der zweiten Hälfte anzieht, zeigt sich auch die Schwäche des Films. Die Inszenierung wirkt zunehmend wie aufpolierte B-Ware. Die Schießereien sind eher dürftig choreografiert, und selten überraschend.  
Man merkt Florentines Routine, aber auch die Grenzen seines Budgets. Harvey Keitel und
Dolph Lundgren weckten bei mir zunächst Erwartungen. Keitel bleibt jedoch blass und spielt deutlich unter dem Niveau, das man von ihm kennt. Seine Figur wirkt eher funktional als notwendig. Lundgren hingegen überrascht als Dorfsheriff mit etwas mehr Charaktertiefe, als man es gewohnt ist. Er bringt zumindest Ansätze von Ambivalenz ein und sorgt für einige der besseren Dialogmomente. Thematisch versucht „Hellfire“, mehr zu sein als nur ein Rachefilm. Es geht um Verfall, um verlorene Unschuld, um eine Stadt, die sich selbst aufgegeben hat. Doch diese Ansätze bleiben skizzenhaft. Der Film schwankt zwischen ernst gemeintem Drama und geradlinigem Actionvehikel. Genau dieses Schwanken macht ihn durchwachsen. Er strauchelt, fängt sich, stolpert erneut.
Am Ende bleibt „Hellfire – Verbrannte Erde“ ein solider, stellenweise atmosphärisch dichter Actionfilm, der sein Potenzial nicht ganz ausschöpft. Stephen Lang liefert eine starke Performance, das Setting überzeugt, doch Drehbuch und Inszenierung erreichen nicht die Wucht, die dem Thema gutgetan hätte. Ein Film wie sein Held: angeschlagen, kämpfend, nicht ohne Würde, aber weit entfernt von einem Film, den man gesehen haben muss.

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