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WilliamWhyler

Kritik von WilliamWhyler

Gesehen: März, 2026

Es gibt Filme, die erzählen Geschichten. Und es gibt Filme wie Mudbrick, die wirken, als wären sie selbst ein Überbleibsel dieser Geschichte – halb Erinnerung, halb Fluch, irgendwo vergraben. Regisseur Nikola Petrovic inszeniert hier keinen klassischen Horrorfilm, sondern ein unheilvolles Heimkehren. Paul (Philip Brodie), ein Mann, der England zu seiner zweiten Heimat gemacht hat, kehrt nach dem Erbe eines alten Lehmziegelhauses in sein osteuropäisches Heimatdorf zurück. Es ist diese vertraute Prämisse vom verlorenen Sohn, die der Film zunächst auslegt – nur um sie dann Stück für Stück zu unterwandern. Denn Mudbrick ist kein Ort der Rückkehr. Es ist ein Ort der Erinnerung, die nicht vergessen will. Brodie spielt Paul mit einer stillen Verunsicherung, und kleinen Gesten, sondern in Blicken, in kurzen Momenten des Innehaltens. Man sieht ihm beim Zerfallen zu, und das ist vielleicht die größte Stärke des Films: Er schreit nicht, er nagt. Andrew Howard als Bruder Jakov dagegen bringt eine körperlichere Präsenz mit, fast etwas Unnachgiebiges. Zwischen beiden entsteht eine Spannung, die weniger aus Dialogen lebt als aus unausgesprochenen Vorwürfen – ein familiärer Riss, der sich wie ein alter Sprung durch das Fundament zieht. Narrativ bewegt sich „Mudbrick“ bewusst abseits klassischer Dramaturgie. Der Film folgt eher einer kreisenden Logik, fast rituell. Szenen wiederholen sich in ihrer Stimmung, Motive kehren wieder. Das mag für manche zäh wirken, doch genau darin liegt die Konsequenz: Der Film will kein Fortschreiten, sondern ein Gefangensein spürbar machen. Petrovic bleibt näher am Boden, im wahrsten Sinne: Schlamm, bröckelnde Wände, feuchte Räume. Die Kamera tastet sich durch diese Welt, bemerkenswert reduziert. Die Farbpalette ist entsättigt, fast ausgebleicht. Das Set-Design des Hauses ist dabei zentral: kein bloßer Ort, sondern ein Speicher. Jede Wand scheint was zu wissen. Inhaltlich greift der Film auf slawische Mythologie zurück, die mit der Figur des Gottes Veles assoziiert werden. Doch „Mudbrick“ erklärt diese Elemente nicht, lässt den Zuschauer im Ungewissen. Wer klare Antworten sucht, wird hier keine finden – nur Andeutungen und Spuren. Gerade diese Offenheit ist es jedoch, die dem Film eine eigentümliche Nachwirkung verleiht.. Mudbrick ist ein spröder, eigensinniger Film, der sich dem schnellen Zugriff verweigert. Kein Horror im klassischen Sinne, sondern ein langsames Einsickern von Unbehagen. Für Zuschauer, die bereit sind, sich auf dieses Tempo und diese Form des Erzählens einzulassen, cool. Für alle anderen dürfte er so verschlossen bleiben wie das Haus im Film. Für Fans von: „The Witch“, „Midsommar“, „The Ritual“ – Filme, die Horror nicht als Schock, sondern als Atmosphäre begreifen.

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