Wenn man eines über Stephen Sommers sagen kann, dann das, dass er sein ganzes Herzblut in Odd Thomas gelegt hat. Dieser Film trägt unverkennbar seine Handschrift und ist zugleich ein Vermächtnis des viel zu früh verstorbenen Anton Yelchin, dessen Darstellung man sich aus diesem Werk kaum wegdenken kann.
Sommers, der mit Die Mumie und Van Helsing bereits sein Gespür für übernatürliche Schauwerte bewiesen hat, verbindet hier Mystery, Horror, Thriller und schwarzen Humor zu einer unterhaltsamen Genre-Mischung. Die Geschichte basiert auf dem Roman von Dean Koontz und lebt vor allem von ihrer ungewöhnlichen Hauptfigur.
Odd Thomas, gespielt von Anton Yelchin, ist ein junger Mann, der Tote sehen kann. Statt sich von dieser Gabe aus der Bahn werfen zu lassen, hilft er der Polizei bei der Aufklärung von Verbrechen. Unterstützt wird er von Polizeichef Wyatt Porter, verkörpert von Willem Dafoe, und seiner Freundin Stormy, gespielt von Addison Timlin.
Als plötzlich düstere Kreaturen, sogenannte Bodachs, in der kalifornischen Kleinstadt auftauchen, ahnt Odd, dass eine Katastrophe bevorsteht. Ihm bleibt nicht viel Zeit, um herauszufinden, was hinter den unheilvollen Vorzeichen steckt.
Was zunächst wie eine schräge Geisterkomödie wirkt, entwickelt sich zu einem Wettlauf gegen die Zeit. Sommers versteht es, Spannung und Humor miteinander zu verbinden, ohne dabei den Horror völlig aus den Augen zu verlieren. Allerdings wirkt die Dramaturgie stellenweise konstruiert, und auch die digitalen Effekte erreichen nicht immer die gewünschte unheimliche Wirkung.
Die größte Stärke bleibt Anton Yelchin. Er verleiht Odd eine Mischung aus trockenem Humor, jugendlicher Unbekümmertheit und Melancholie. Seine Figur ist kein gewöhnlicher Actionheld, sondern ein sympathischer Außenseiter, der trotz seiner außergewöhnlichen Fähigkeiten erstaunlich bodenständig bleibt. Addison Timlin ergänzt ihn überzeugend, während Willem Dafoe dem Geschehen zusätzliche Präsenz verleiht.
Odd Thomas ist (k)ein Meisterwerk des Mystery-Kinos, aber ein mit spürbarer Leidenschaft inszenierter Genrebeitrag. Ähnlich wie Donny Darko vielleicht.
Ein übernatürlicher Kleinstadtkrimi mit Herz, Humor und einer Prise Horror. Kein Meisterwerk, aber ein Film, der vor allem durch Anton Yelchin ( für mich der Pre-Tom Holland) und seine ungewöhnliche Heldenfigur in Erinnerung bleibt.
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