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WilliamWhyler

Kritik von WilliamWhyler

Gesehen: Februar, 2026

Ein großer Film, der sich klein macht. Leise, sinnierend, von einer Ruhe, die viel Geduld verlangt. Und dann entfaltet Sentimental Value eine Tiefe, die lange nachwirkt. Was zunächst wie ein sprödes Kammerspiel erscheint, erweist sich als präzise komponiertes Drama über Familie und Kunst, und über die Frage, wie biografische Brüche in Kreativität verwandelt werden können. Als kleine meditative Charakterstudie wirkt der Film wie ein bewusst entschleunigtes Gegenmodell zum erzählerischen Überdruck des Gegenwartskinos und Media Streamings. Die formale Strenge, mit leisen Anklängen an skandinavische Theatertradition, schafft Distanz, die nicht jedem den Zugang erleichtert. Diese Ambivalenz ist denke ich bei jedem Zuschauer spürbar. Schauspielerisch bewegt sich der Film auf höchstem Niveau. Oft genügt ein kaum wahrnehmbarer Blick. Die Dialoge sind fein gearbeitet, nie demonstrativ, vieles bleibt unausgesprochen. Elle Fanning überzeugt mit stiller Präsenz und innerer Spannung. Auch Stellan Skarsgård (Golden Globe dafür““) ist phänomenal und verleiht seiner Figur eine vielschichtige, kontrollierte Intensität. Bemerkenswert ist die Idee, das Haus der Familie als eigene Figur zu begreifen. Räume speichern Erinnerung, Flure werden zu Übergängen zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Farben wechseln,- ein Szenenbild, viel Arbeit steckt da drin - Die Kamera wechselt zwischen Intimität und Distanz, bleibt nah an den Gesichtern oder beobachtet aus der Entfernung. Eine sparsam eingesetzte Off -Stimme und präzise gesetzte Rückblenden verdichten das Geschehen, ohne es aus zu erklären. Inhaltlich bewegt sich der Film im Kosmos von Filmschaffenden. Diese Selbstreflexivität wirkt wie ein kluger Kommentar auf die Branche, schafft aber auch eine gewisse Entrücktheit, die Einlassbereitschaft verlangt. Eine klassische Tragikomödie ist das nicht, sondern ein leises Drama über einen Vater, der seinen Töchtern vorlebt, wie sich Familientraumata in Kunst transformieren lässt. Value überwältigt nicht. Er bleibt. Wer Geduld mitbringt, entdeckt eine intensive, vielschichtige Charakterstudie, die ihre Kraft aus Stille und Genauigkeit bezieht, und schauspielerisch ganz großes Kino bietet. 

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