Die innere Zerrissenheit des ungleichen Hauptfiguren-Paars Géssica Géneus schnörkellosen Sittengemäldes zieht eine private Parallele zu den übergreifenden Motiven von evangelikalem Extremismus und sinnlicher Selbstbehauptung, voodooistischer Kulturtradition und neo-kolonialistischer Notwendigkeit. Wenn die Protagonistin der biblischen Auslegung ihres titelgebenden Namens ein biografisches Narrativ entgegenstellt, weist sie damit gleichsam den Weg in eine eigenständige Zukunft, die eine Fremddefinition ihrer Geschichte bewusst von sich weist. Nicolas Canniccionis Kamera beobachtet farbenfrohe Stadtkulissen und Menschen mit einer impulsiven Expressivität, deren Lebendigkeit strukturelle Unebenheiten ausgleicht.