Dass der Erste Weltkrieg keine romantische Abenteuergeschichte war, sollte über hundert Jahre Später angekommen sein. Allerdings nicht bei Lucas Dhont. Der belgische Regisseur und Co-Drehbuchautor instrumentalisiert erneut ein gewichtiges Thema zum dekorativen Ausstellen junger männlicher Körper. Sein abgeschmacktes Kostümdrama imaginiert Krieg in Postkarten-Ansichten voll idyllischer Landschaften und adretter Kulissen. Muskulöse Männer in Uniform und Met-Gala würdigen Kleidern und Make-up (angeblich notdürftig improvisiert) verkörpern homoerotischen Heroismus. Gefühle wirken so aufgesetzt wie die phrasenhaften Dialoge. Tränendrüsen-Taktik und monogamer Mainstream-Moralismus verformen Queerness zum formal und dramaturgisch gleichsam reaktionären Rührstück.