Die darstellerische Dynamik Soundos Mosbahs und Malou Khebizis ist zugleich emotionales Zentrum und dramatisches Momentum Hélène Rosselte-Ruiz‘ motivisch komplexen Spielfilm-Debüts. Dessen unterentwickelte Handlung erweist sich letztlich als überfordert von der diffizilen Thematik von Abhängigkeit auf psychischer und materieller Ebene. Die spannende Prämisse wird wirkungsvoll etabliert, doch nie weiterentwickelt. Sourias Motive und persönlicher Hintergrund bleiben schemenhaft, genau wie das durch Laura verkörperte white savior Trope und der Aspekt moderner Leibeigenschaft. Das stagnierende Psycho-Drama besitzt dennoch Reiz - und zeigt das handwerkliche Potenzial der Regisseurin.