Ihre stärksten Momente hat Lukas Dhonts intuitiv gespielte Skizze einer fragilen Freundschaft, wenn sie in unaufdringlich beobachteten Alltagsszenen den gravierenden Einfluss normativer Zwänge aufdeckt. Doch das Interesse des Regisseurs an diesen dringlichen Themen entpuppt sich als ebenso flüchtig wie das an der zwanghaft erotischen Konnotation von Liebe. Die ganz auf ihren Hauptcharakter fokussierte Handlung zerfällt in zwei Teile, deren ungleich schwächerer Zweiter indirekt die toxischen Tropen und repressiven Männlichkeitskonzepte bestätigt, die zuvor dezent hinterfragt wurden.
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