{{ tweet.login }}

{{{ tweet.body | format }}}

Wird geladen...

×
×

Erwähnungen

×

Benachrichtigungen

Videospiel "Mario Tennis Fever - Nintendo Switch 2" im Test

OnealRedux

Von OnealRedux in "Mario Tennis Fever - Nintendo Switch 2" - Videospiel - Test / Review

Videospiel "Mario Tennis Fever - Nintendo Switch 2" im Test Bildnachweis: © Nintendo

Es ist schon fast ironisch: Ausgerechnet ein Tennisspiel stiehlt dem großen Renn-Flaggschiff der Switch 2 die Show. Während Mario Kart World als prestigeträchtiger Launch-Titel ins Rennen ging und mit seinen Neuerungen viele Fans – auf hohem Niveau – eher ratlos zurückließ, serviert Mario Tennis Fever (seit dem 12. Februar im Handel erhältlich) das deutlich rundere Gesamtpaket. Zumindest dann, wenn mehrere Spieler mitmischen. Im Multiplayer ist das Spiel ein Volltreffer. Im Einzelspieler dagegen bleibt es bei einem bizarren, stellenweise charmanten, aber letztlich unausgereiften Beiwerk. Wir haben uns auf jeden Fall einmal auf den Platz begeben, die Tennis-Schläger geschwungen und können euch sagen, für wen das Spiel geeignet ist. 

Image title


Direkt auf den Court

Große Erklärungen spart sich das Spiel. Wenige Minuten nach dem ersten Start steht ihr bereits auf dem Platz und spielt euer erstes Match gegen die KI (zumal ihr alles im Spiel schnell per Tastendruck überspringen könnt). Statt euch durch seitenlange Textfenster zu quälen, lernt ihr die Mechaniken spielerisch. Die Hinweise sind knapp, präzise und stören den Spielfluss nicht.

Diese Zugänglichkeit ist eine der größten Stärken von Mario Tennis Fever. Anfänger bekommen erstaunlich schnell Erfolgserlebnisse, selbst wenn sie mit Tennisspielen sonst wenig anfangen können. Der Ball landet zuverlässig auf der gegnerischen Seite, einfache Schlagvarianten sind intuitiv umgesetzt. Gleichzeitig entfaltet sich unter der Oberfläche ein überraschend komplexes System aus Timing, Positionierung und Spezialaktionen, das ambitionierten Spielern genug Tiefe bietet, um sich in intensive Duelle zu verbeißen. Diese Balance verhindert Frust, weil selbst im Multiplayer jeder irgendwann seinen Punkt mitnimmt.

Image title


Die Fever-Mechanik als Herzstück

Die eigentliche Innovation der Reihe sind jedoch die namensgebenden Fever-Rackets. Vor jedem Match entscheidet ihr euch nicht nur für eine Figur - und davon gibt es reichlich, jeweils mit Besonderheiten wie Behäbigkeit oder Präzision, sondern auch für einen speziellen Schläger mit individuellem Zusatzeffekt. Manche erzeugen kleine Feuerspiralen, denen der Gegner ausweichen muss, andere verwandeln Teile des Platzes in rutschige Eisflächen. Wieder andere beeinflussen die Flugbahn des Balls durch Wirbelstürme oder beschwören eine schattenhafte Kopie der eigenen Figur, die kurzfristig unterstützt.

Diese Effekte klingen wild – und sind es auch. Trotzdem wirkt keiner davon übermächtig oder nutzlos. Das Balancing bleibt bemerkenswert stabil. Zudem lassen sich die Spezialeffekte nicht beliebig oft aktivieren. Erst durch erfolgreiche Ballwechsel füllt sich die Spezialleiste, die den Einsatz ermöglicht. Gute Spielweise wird also belohnt, während reines Drauflos-Zünden keine Option ist.

Für zusätzliche Dynamik sorgen die aus Super Mario Bros. Wonder bekannten Wunderblumen. Auf bestimmten Plätzen tauchen diese mysteriösen Gewächse plötzlich auf. Trifft der Ball eine solche Blume, wird ein zufälliger Effekt ausgelöst, der das Spielfeld kurzfristig in ein unberechenbares Chaos verwandelt. Mal verändert sich die Umgebung, mal gerät das Match komplett aus dem Takt. Wer in diesen Momenten die Übersicht behält und schnell reagiert, kann entscheidende Vorteile erzielen. Die Wunderblumen sorgen damit für genau die richtige Portion Wahnsinn, ohne das Spielgefühl unfair wirken zu lassen.

Gerade im lokalen Multiplayer entfalten sowohl Fever-Rackets als auch Wunderblumen ihr volles Potenzial. Wenn ein scheinbar entschiedenes Match durch eine Kombination aus Spezialeffekt und chaotischem Blütenbonus kippt, entsteht genau dieses laute, emotionale Wechselbad, das Nintendo-Spiele im besten Fall auszeichnet.

Image title


Umfang ohne Leerlauf

Inhaltlich ist das Paket prall gefüllt. Der Multiplayer bildet das Zentrum und funktioniert sowohl lokal als auch online mit bis zu drei Mitspielern. Ergänzt wird das Ganze durch einen Turnier-Modus, der allein mit KI-Partner oder gemeinsam mit einem Freund bestritten werden kann. Missionstürme stellen euch im Einzelspieler oder im Koop vor spezielle Herausforderungen mit vorgegebenen Bedingungen. Im freien Spiel lassen sich Matches individuell konfigurieren, während der Spezialmix durch ungewöhnliche Regelvarianten für zusätzliche Turbulenz sorgt.

Vor allem Missionstürme und Spezialmix stechen hervor, weil sie das klassische Tennis-Prinzip mit schrägen Zusatzregeln kombinieren. Selbst Spieler, die normalerweise einen großen Bogen um Sporttitel machen, finden hier überraschend schnell Gefallen.

Image title


Der Vergleich mit Mario Kart World

Der direkte Vergleich mit Mario Kart World drängt sich auf. Dort sorgte die offene Spielwelt zwar für Ambitionen, bot letztlich aber nur begrenzte Inhalte. Mario Tennis Fever verzichtet komplett auf Open-World-Experimente und wirkt dadurch geschlossener und fokussierter (wir steuern alles direkt in den Menüs). Während es im Rennspiel auf breiten Streckenabschnitten immer wieder zu Momenten kommt, in denen wenig passiert, herrscht auf dem Tennisplatz durchgehend Tempo. Jede Sekunde zählt, jeder Ballwechsel fordert Aufmerksamkeit.

Auch beim Thema Einfluss von Können zieht Fever die Nase vorn. Zwar sorgen Wunderblumen und Fever-Effekte für Chaos, doch am Ende entscheidet das eigene Spielverständnis. Zufallsfaktoren dominieren nicht das Geschehen, sondern würzen es lediglich. Und während manche Neuerungen im Rennspiel weniger Einfluss hatten als erhofft, fügen sich die Spezialschläger hier organisch ins Gameplay ein.

Image title


Der Abenteuer-Modus: Schrullig und limitiert

Der Einzelspieler-Part erzählt die Geschichte rund um Prinzessin Daisy, eine magische Goldfrucht und ein Nebelmonster, das Mario und seine Freunde in Babys verwandelt. Um wieder groß und stark zu werden, müssen die Helden ihre Tennisfähigkeiten verbessern. Die Handlung ist selbst für Nintendo-Verhältnisse abgedreht und wirkt wie ein "Fiebertraum" (angelehnt an den Titel).

Spielerisch bleibt der Modus jedoch hinter seinen Möglichkeiten zurück. Zu Beginn reiht sich Trainingseinheit an Trainingseinheit, Gespräche mit dem Toad-Trainer wechseln sich mit Minispielen ab. Später öffnet sich zwar die optisch ansprechend gestaltete Tennis-Akademie des Pilzkönigreichs, doch echte Erkundung oder spielerische Freiheit bleiben rar. Letztlich fungiert der Modus als umfangreiches Tutorial für den Multiplayer.

Image title


Präsentation und Technik

Optisch präsentiert sich das Spiel farbenfroh und detailverliebt. Die Figuren sind knuffig animiert, Effekte klar lesbar und das Geschehen bleibt auch in hektischen Momenten flüssig. Gerade im Mehrspieler ist die stabile Performance essenziell – und hier leistet sich Mario Tennis Fever keine Ausrutscher. Im Gegenteil: Selbst wenn alles auf dem Bildschirm kracht und explodiert, bleibt das Spiel hervorragend flüßig und das auch bei knackscharfem Bild und vielen Details. Gerne mehr davon Nintendo. 


Fazit

Mario Tennis Fever ist aktuell das stärkste Multiplayer-Erlebnis auf der Nintendo Switch 2. Der Umfang stimmt, das Gameplay ist ausgewogen, die Fever-Mechanik bringt frischen Wind, die Wunderblumen sorgen für zusätzliche Dynamik, ohne das Fundament zu destabilisieren. Der Einzelspieler-Modus ist eine nette Ergänzung, bleibt aber erzählerisch wie spielerisch hinter dem Mehrspieler zurück und rechtfertigt für sich genommen keinen Kauf.

Wer ein Solo-Abenteuer sucht, wird hier nicht vollständig glücklich. Wer hingegen ein temporeiches, chaotisches und dennoch fair ausbalanciertes Multiplayer-Spiel für viele Monate sucht, findet hier den klaren Sieger auf dem Court.

Wird geladen...