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IMDb-ID
tt0133093
TMDB-ID
TMDB: 603
Movie-ID
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Startdatum
Start: 21.09.2026 oder Start: 2026
Dauer
Dauer: 120 (Minuten)
Regie
Regie: Nolan
Drehbuch
Drehbuch: Nolan
Cast
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Videospiel "Orbitals" im Test - Gemeinsam durch den schönsten Anime, den wir nie gesehen haben

OnealRedux

Von OnealRedux in "Orbitals" - Videospiel - Test / Review

Videospiel "Orbitals" im Test - Gemeinsam durch den schönsten Anime, den wir nie gesehen haben Bildnachweis: © Shapefarm | Nintendo

Es gibt Spiele, die einer Epoche nacheifern. Und dann gibt es Orbitals, bei dem man sich irgendwann ernsthaft fragt, ob nicht irgendwo auf einer alten VHS-Kassette noch eine längst vergessene Anime-Serie gleichen Namens schlummert. Ein paar Minuten genügen und schon fühlt sich dieses Weltraumabenteuer an, als hätte es irgendwann zwischen Mobile Suit Gundam, Dragon Ball und den großen Science-Fiction-Animes der Achtziger und Neunziger über einen Röhrenfernseher flimmern können. Nur dass wir dieses Mal nicht zuschauen, sondern mittendrin stecken.

Dabei ist Orbitals eigentlich ein erstaunlich klassisches Koop-Abenteuer. Zwei Spieler, zwei Figuren, jede Menge Rätsel und die unumstößliche Erkenntnis, dass man alleine keinen Meter weit kommt. It Takes Two und Split Fiction haben in den vergangenen Jahren vorgemacht, wie gut dieses Konzept funktionieren kann. Das Erstlingswerk von Shapefarm orientiert sich unverkennbar daran, findet durch seine audiovisuelle Identität und einen stärkeren Fokus auf gemeinsames Knobeln aber schnell eine eigene Stimme. Und die klingt verdammt sympathisch.


Story: Geschwister gegen den Sturm

Im Mittelpunkt stehen Maki und Omura, die ihre Heimat vor einem gewaltigen galaktischen Sturm bewahren müssen. Bereits 15 Jahre zuvor hat ein solches Ereignis verheerende Folgen hinterlassen, nun droht sich die Katastrophe zu wiederholen. Die beschädigten Schutzschilde müssen wiederhergestellt werden, weshalb sich das Duo auf eine Reise durch den Weltraum begibt.

Was zunächst nach ausgesprochen leichter Anime-Kost klingt, besitzt einen überraschend düsteren Unterbau. Körper und Bewusstsein sind in dieser Welt voneinander getrennt. Solange Seele und Geist erhalten bleiben, lassen sich zerstörte Körper technisch rekonstruieren. Entsprechend gelassen reagieren Maki und Omura darauf, wenn sie verbrannt, zerquetscht oder anderweitig ins virtuelle Jenseits geschickt werden. Der nächste Körper wartet schließlich schon.

Das Spiel macht daraus keinen großen philosophischen Vortrag. Gerade deshalb entfaltet die Idee ihre Wirkung. Wer genauer hinschaut, entdeckt überall Spuren des Todes, zerstörte Seelengefäße und Überreste einer Welt, die schon einmal eine Katastrophe erlebt hat. Gleichzeitig verliert Orbitals nie seine grundsätzlich optimistische Haltung. Hier geht es weniger darum, den Weltraum von irgendwelchen bösen Aliens zu säubern, als darum, ihn zu verstehen und gemeinsam einen Weg durch seine Gefahren zu finden.

Maki und Omura tragen das hervorragend. Die impulsive Mechanikerin und der deutlich bedächtigere Kartograf necken sich, unterstützen einander und wirken in ihren kleinen Gesten tatsächlich wie Geschwister. Schade ist lediglich, dass die überschaubare Spielzeit den Nebenfiguren weniger Raum zugesteht. Manche emotionalen Momente hätten stärker getroffen, hätte man zuvor mehr Zeit mit den betreffenden Charakteren verbracht.


Ohne meinen Partner bin ich nichts

Eines sollte vor dem Kauf allerdings klar sein: Orbitals ist kompromisslos für zwei Personen entwickelt worden. Einen Einzelspielermodus oder einen KI-Partner gibt es nicht. Gespielt wird lokal im Splitscreen oder online, außerdem werden GameShare und ein Friend's Pass unterstützt. Nur einer muss das Spiel besitzen.

Diese Beschränkung erweist sich indes als eine der größten Stärken. Shapefarm behandelt Kooperation nicht wie ein Feature, sondern als Fundament des gesamten Spieldesigns und offenbart so alleine für sich schon ein großes Switch 2 Spiele-Highlight. Dabei gibt es nicht einmal eine starre Rollenverteilung. Werkzeuge können zwischen Maki und Omura getauscht werden, wodurch niemand dauerhaft zum besseren Handlanger des anderen degradiert wird.

Zu diesen Werkzeugen gehören etwa ein Greifhaken, mit dem Plattformen bewegt, Luken geöffnet oder Abgründe überwunden werden, sowie eine Laserkanone, die unter anderem Stromkreise repariert und Schalter aktiviert. Später kommen weitere temporäre Fähigkeiten hinzu. Das Arsenal bleibt überschaubar, entscheidend ist ohnehin, was Orbitals damit anstellt.

Mal muss ein Spieler eine Lavaschicht von unten abkühlen, damit der andere darüberlaufen kann. An anderer Stelle gilt es, gemeinsam eine Melodie zu erzeugen, wobei beide dafür vollkommen unterschiedliche Mechanismen bedienen. Türen werden geöffnet, Plattformen verschoben und Maschinen in Gang gesetzt. Kommunikation wird schnell zur wichtigsten Ressource im Spiel (wer dabei partout nicht miteinander reden möchte, hat vermutlich ohnehin das falsche Genre erwischt).

Die Rätsel bleiben grundsätzlich überschaubar, servieren ihre Lösungen aber nicht auf dem Silbertablett. Symbole, Geräusche und Reaktionen der Umgebung liefern Hinweise, bis einer von beiden plötzlich versteht, was zu tun ist. Das erzeugt immer wieder diese kleinen, wunderbaren Koop-Momente, in denen einer „Warte mal!“ ruft und der andere wenige Sekunden später begreift, worauf er hinauswill.


Bitte einmal alles anders

Noch wichtiger ist jedoch, wie geschickt Orbitals der Wiederholung ausweicht. Trotz einer relativ kleinen Auswahl an Werkzeugen werden deren Einsatzmöglichkeiten ständig neu kombiniert. In den rund sechs Stunden passiert deshalb erstaunlich viel.

Die klassische Third-Person-Perspektive weicht plötzlich einem 2D-Sidescroller. Wenig später wird getanzt oder aus dem Abenteuer ein Rhythmusspiel. Dann sitzt das Duo wieder in einem Raumschiff, wobei einer steuert und der andere die Geschütze übernimmt. Daraus entstehen zeitweise Twin-Stick-Shooter- und Bullet-Hell-Passagen. Selbst Fahrzeuge verlangen Zusammenarbeit: Während einer lenkt, räumt der andere Hindernisse aus dem Weg.

Gerade die Weltraumgefechte gehören zu den Höhepunkten. Pilot und Schütze sehen unterschiedliche Dinge und müssen ihre Informationen miteinander abgleichen. Während der eine versucht, das Schiff sicher durch das Chaos zu manövrieren, erkennt der andere Geschütze, Raketen oder Energieobjekte früher. Besonders in den Bosskämpfen entsteht daraus eine angenehm hektische Form der Zusammenarbeit.

Dass sich Orbitals mechanisch bei etablierten Koop-Spielen bedient, lässt sich kaum übersehen. Entscheidend ist indes, wie gut Shapefarm diese bekannten Bausteine arrangiert. Eine Idee darf glänzen und verschwindet anschließend wieder, bevor sie sich abnutzt. Dadurch entwickelt das Abenteuer ein hervorragendes Tempo und bleibt bis zum Ende überraschend frisch.

Lediglich das Speichersystem fällt unangenehm auf. Automatische Speicherpunkte liegen teilweise erst am Anfang neuer Abschnitte oder Kapitel. Wer mitten in einer Passage aufhört, darf beim nächsten Start deshalb mitunter bereits gespielte Minuten wiederholen. Bei Kapiteln von ungefähr 15 bis 20 Minuten ist das kein Drama, unnötig ist es trotzdem.


Ein Anime zum Selberspielen

Und dann wäre da natürlich diese Optik! Shapefarm kombiniert handgemalte Gouache-Hintergründe mit Cel-Shading-Modellen und bewusst reduzierten Animationen, über denen sogar ein leichter VHS-Filter liegt. In Zeiten gestochen scharfer Hochglanzgrafik klingt das beinahe nach einem technischen Rückschritt. In Bewegung ergibt es jedoch vollkommen Sinn. Orbitals sieht nicht wie ein modernes Spiel mit Anime-Filter aus, sondern tatsächlich wie ein alter Zeichentrickfilm, durch den man sich bewegen darf.

Dazu passen die abwechslungsreichen Schauplätze. Industrieanlagen wechseln sich mit Eislandschaften, heißen Regionen, Wasserwelten und zerstörten Raumstationen ab. Besonders schön sind jedoch die kleinen Details abseits des eigentlichen Abenteuers. Die Heimatkolonie wird nicht einfach zum sterilen Menü zwischen zwei Missionen, sondern von Bewohnern bevölkert, die arbeiten und ihrem Alltag nachgehen. Auf dem eigenen Schiff gibt es Musik, Bücher, kleine Arcade-Spiele und sogar eine Bordkatze, mit der Maki und Omura unterschiedlich umgehen (solche vollkommen nebensächlichen Kleinigkeiten sind mir meist lieber als der nächste gigantische Effekt).

Mindestens ebenso wichtig ist die Musik. Mami Ayukawa, deren Stimme Anime-Fans unter anderem aus Mobile Suit Zeta Gundam kennen dürften, liefert Opening und Ending. Gerade „Accelerating Destiny“ entwickelt sich zum hartnäckigen Ohrwurm. Selbst Soundeffekte besitzen bewusst etwas Analoges und leicht Übersteuertes. Die sehr gelungene deutsche Synchronisation fügt sich ebenfalls hervorragend in diesen Ansatz ein.

Technisch macht das Switch 2 Exclusive ebenfalls einen überzeugenden Eindruck. Weniger ideal ist dagegen der Handheld-Modus. Der permanente Splitscreen macht Anzeigen und wichtige Details auf dem kleineren Display schwerer erkennbar. Orbitals gehört eindeutig auf einen großen Fernseher – und sieht dort ohnehin am schönsten aus.


Fazit

Orbitals mag seine Koop-DNA nicht verbergen, besitzt aber genügend eigene Ideen, um weit mehr als ein kleineres It Takes Two zu sein. Die abwechslungsreichen Rätsel, das hervorragende Zusammenspiel und vor allem die fantastische Retro-Anime-Inszenierung machen Shapefarms Debüt zu einem wunderbaren gemeinsamen Weltraumabenteuer.

Rund sechs Stunden sind dafür zwar nicht gerade üppig und auch das Speichersystem hätte komfortabler ausfallen dürfen. Dafür gibt es kaum Leerlauf. Am Ende bleibt vor allem das Gefühl, tatsächlich gemeinsam einen alten Science-Fiction-Anime erlebt zu haben – nur dass diesmal beide den Controller in der Hand hatten. Und nun hätten wir gerne noch den Anime dazu. Danke!

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