Der Reiz Sophie Hydes warmherzigen Wohlstandspanoramas sind das einfühlsame Schauspiel und die vielschichtige Dynamik zwischen den Charakteren. Dass der stetig Fenster in die Vergangenheit seiner Protagonist*innen öffnende Plot nie diese Intensität erreicht, liegt paradoxerweise an der deeskallierenden Dramaturgie. Zwar wird angedeutet, dass die Konfliktscheue der Hauptfigur in der konträren Natur ihres Vaters begründet liegt, doch wird diese Vermeidungsstrategie weder dramatisch noch inszenatorisch überwunden. Zwischenmenschlicher Tiefgang kontrastiert mit der seichten Selbstgerechtigkeit unendlich privilegierter Bildungsbürger-Bohème.
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