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Quelle: themoviedb.org

Inhalt

Liebe in unruhigen Zeiten: Nino (Hasan Akil) und Yasmina (Mounia Akl) werden im selben libanesischen Krankenhaus, am selben Tag und nur Sekunden nacheinander geboren, ohne zu ahnen, dass sich ihre Lebenswege für immer miteinander verweben werden. Im ewigen Chaos Beiruts werden sie Kindheitsfreunde, verlieren sich aus den Augen, nur um sich Jahrzehnte später durch einen Zufall wiederzutreffen und Hals über Kopf zu verlieben. Nino betreibt mittlerweile das Restaurant seiner Familie mit ansteckender Lebensfreude, die desillusionierte Karrierefrau Yasmina würde am liebsten nach Europa auswandern. In ihrer Gegensätzlichkeit findet das Paar echte Seelenverwandtschaft. Als Yasmina aber unerwartet schwanger wird, erlebt ihre junge Liebe eine Zerreißprobe. Während Nino sein Vaterglück kaum fassen kann, plant Yasmina, das Land zum Wohl ihrer Tochter endgültig zu verlassen...

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Quelle: themoviedb.org

Kritik

Das westasiatische Kino hat in den vergangenen Jahren großartige Geschichten erzählt. Die prominentesten Beispiele sind wahrscheinlich The President's Cake (Hasan Hadi), Ein Einfacher Unfall (Jafar Panahi), Die Saat des Heiligen Feigenbaums (Mohammad Rasoulof) und The Voice of Hind Rajab (Kaouther Ben Hania), wovon drei dieses Jahr in den deutschen Kinos erschienen sind. Abgesehen davon haben sie weitere Aspekte gemein. Zum einen, dass sie alle für den Oscar als bester fremdsprachiger Film nominiert waren und zum anderen, dass sie sich mit der von Kriegen und unterdrückenden Regierungen, geplagten Vergangenheit und Gegenwart der Region auseinandersetzen. Und genau dieser Thematik nimmt sich A Sad and Beautiful World in Form eines Liebesfilms an. Der Titel könnte dabei nicht passender sein.

Denn Cyril Aris zeigt in der ersten Szene zwei Babys, die am gleichen Ort zur gleichen Zeit geboren werden, wie als wären sie durch das Schicksal vereint, nur um die Szene aufzulösen, indem eine Bombe in das Krankenhaus einschlägt. Die Kinder, die in diesem Moment geboren werden, sind die Protagonisten Nino (Hasan Akil)  und Yasmina (Mounia Akl). Durch diese Eröffnungssequenz lässt Cyril Aris direkt deutlich werden, dass es in seinem Werk darum geht, das Wunderschöne in tragischen Zeiten zu finden. Und der Film hangelt sich an diesem bittersüßen Kontrast mit seinem roten Faden entlang. Es ist bemerkenswert, wie mitreißend und schön die sich über Jahrzehnte streckende Liebesgeschichte auf den Zuschauer wirkt, während man immer wieder von der Tragik des Lebens in Beirut getroffen wird. Man hätte leicht den Fehler machen können, dieses Leid der Menschen inszenatorisch auszuschlachten. Doch diesen Fehler begeht Cyril Aris zum Glück nie. Er erzählt von Bombenangriffen, die von den Eltern als Feuerwerk abgetan werden oder lässt Menschen über schlechte wirtschaftliche Bedingungen und Nahrungsmangel sprechen, ohne dabei jemals reißerisch zu werden. Die Situation im Libanon nimmt uns als Zuschauer dabei aber auch nur so mit, weil die Charaktere so authentisch geschrieben sind, wodurch sie ihre allen Widrigkeiten trotzende Liebe auf den Zuschauer übertragen.

Egal, ob man sich selbst eher wie Nino oder Yasmina verhalten würde, ist anzuerkennen, dass sie beide klare nachvollziehbare Beweggründe für haben. Auch wenn sie schon seit Kindheitstagen davon träumen, Beirut mit einem Zug ins Paradies zu verlassen, ändern sich Pläne, wenn man älter wird, was eine interessante Dynamik zwischen den beiden entstehen lässt. Es stellt sich die Frage, ob die große Liebe am Ende gegen die schlechten Umstände im Land siegen kann. Um sich dieser Frage zu stellen, arbeitet Cyril Aris immer wieder mit der Metapher des Zuges, der die beiden ins Paradies führt, die zwar offensichtlich, aber durchaus schön und passend ist. Auch weitere Symbole wie beispielsweise leuchtendes Feuerwerk als Zeichen des Lichts am Ende des Tunnels werden von Kameramann Joe Saade immer wieder wunderbar eingefangen. Auch wenn man die Geschichte und seine Themen auch durchaus mit weniger offensichtlicher Symbolik hätte erzählen können, ist es verdammt stark, dass die Bilder nicht nur zuweilen wunderschön sind, sondern auch dem Storytelling dienen. Das macht gute Kameraarbeit aus.

Fazit

"A Sad and Beautiful World" schafft es wunderbar, die Traurigkeit und das Wunderschöne seiner Geschichte zu verbinden. Die schlimme Situation im Libanon und die trotz dessen aufblühende Liebesgeschichte gehen gleichermaßen nahe. Am Ende bleibt ein Film für Menschen, die sich gerne mit dem westasiatischen Kino auseinandersetzen oder die, die gefühlvolle, tiefgründige Liebesgeschichten mögen.

Kritik: Rene Lentsch

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