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Quelle: themoviedb.org

Inhalt

Graf Dracula reist umher, auf der Suche nach einer jungfräulichen Braut. Nach einiger Zeit findet er ein passendes Mädchen bei einer verarmten, adeligen Familie, doch zum finalen Biß steht ihm der mißtrauische Hausdiener im Weg. Es kommt zu einem blutigen Finale.

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Quelle: themoviedb.org

Kritik

Andy Warhol ist den meisten Menschen wohl als essentieller Vertreter der amerikanischen Pop Art ein Begriff. Dass der Amerikaner darüber hinaus in zahlreichen anderen Sparten der Kunst tätig war, darunter auch im Filmgeschäft, gerät dabei oftmals in Vergessenheit. Zu seinen geförderten Werken zählen auch zwei italienisch-französische Koproduktionen, die sich neben dem Regisseur Paul Morrissey (Trash) auch einen Großteil der Sets sowie Darsteller teilen, allen voran die kultige Erscheinung von Udo Kier (Hexen bis aufs Blut gequält). Thematisch greifen die klar dem Horror zugeordneten Filme zwei Ikonen des Genres auf und variieren deren Geschichte und Motivik vor allem um eine stark sexuell geprägte Konnotation. Dabei offenbaren sich qualitativ überraschenderweise maßgebliche Unterschiede zwischen den Produktionen, welche wohl einer Mischung aus Zufall und Unvermögen geschuldet sind.

Im Grunde trifft auch auf Andy Warhols Dracula fast alles zu, was bereits zu Andy Warhols Frankenstein gesagt wurde. Die beiden Brüder im Geiste teilen eine schmuddelige Vorliebe für entblößte Brüste und tiefrotes Blut. Einmal mehr verkommen die schauspielerischen Darbietungen dabei zu einer Lachnummer, wohl auch aufgrund der lächerlich hölzernen Wörter, die ihnen das Drehbuch in den Mund legt. Die wiederverwerteten Kulissen wissen – wenig überraschend – auch dieses Mal nicht zu überzeugen und von Atmosphäre oder Spannung fehlt abermals jegliche Spur. Das derbe und ranzige Setting fängt die Kamera in willkürlichen Bildern ein und es bleibt wenig bis nichts, was nicht nach fünf Minuten wieder vergessen ist. Innerhalb der zahlreichen Dracula-Verfilmungen weiß der Film dennoch hervorzustechen.

Der wird noch mehr als bei anderen Adaptionen als leidende Gestalt porträtiert. Geschwächt und verzweifelt stürzt er sich im wahrsten Sinne des Wortes auf jeden Funken Hoffnung und muss dabei immer wieder herbe Rückschläge in Kauf nehmen. Die zu Anfangs streng aufgezogene Teilung zwischen Adel und Arbeiterklasse verwischt zusehends, indem der Film vermeintliche Riten des Anstands als überholt darstellt. Zwar scheint es auch bei Andy Warhols Dracula fast ausschließlich um Sex zu gehen, doch immerhin ist die Thematik hierbei plausibel mit dem Inhalt verwoben und führt in Wechselwirkung mit Draculas Blutdrang zu einem halbwegs runden Gesamtpaket. Als reiner Exploitationfilm versagt auch Andy Warhols Dracula, in Kombination mit seiner gesellschaftskritischen Ebene erweist er sich jedoch als interessanter Genrebeitrag.

Fazit

Paul Morrisseys zweiter Film im Auftrag von Andy Warhol erweist sich als deutlich interessanter als sein Vorgänger. Zwar gleicht das Werk immer noch einem lustlosen Softporno und versagt auf fast allen Ebenen, weiß aber immerhin – ob Absicht oder reine Willkür sei dahingestellt – einen lohnenswerten Diskurs über vergangene Ideale und den wahnhaften Klassenkampf zu führen. Trotz des drögen Narrativs wird Andy Warhols Dracula dadurch zu einer lohnenswerten Seherfahrung.

Kritik: Dominic Hochholzer

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