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Quelle: themoviedb.org

Inhalt

Die Bande des Bandits Pudge Elliott überfällt die Kutsche, die ihm als Gefangenentransport dient. Sie töten alle Insassen bis auf die Lehrerin Alice, die sie sich zu Vergnügungszwecken mitnehmen. Von allen fünf Männern vergewaltigt, wird sie zum Sterben zurückgelassen. Ein Apache findet sie, päppelt sie auf und verhilft ihr zur Rache an ihren Peinigern. 

Kritik

Mit seinem ersten und einzigen Spielfilm hat Ron Joy vielleicht so was wie den ersten, waschechten Rape & Revenge-Film hingelegt, obgleich es natürlich schon thematisch ähnlich gelagerte Filme gab. Allen voran Ingmar Bergmans Die Jungfrauenquelle (1960), der als direkte Vorlage für Das letzte Haus links (1972) von Wes Craven diente. Aber so wie hier, das gab es Anfang 1971 eigentlich noch nicht. Auch das wurde schnell überholt, nicht nur durch Sam Peckinpahs skandalumwobenen Klassiker Wer Gewalt sät, sondern auch durch den inhaltlichen sogar sehr ähnlichen Hannie Caulder – In einem Sattel mit dem Tod, in dem Raquel Welch als geschändetes Cowgirl Rache an ihren Vergewaltigern übte. Dieser Film ist nicht nur populärer, sondern auch insgesamt eindeutig besser, aber in seiner grobschlächtigen Primitivität ist Die Bestialischen (neben dem Originaltitel The Animals international auch bekannt als Five Savage Men) sogar ein gutes Stückweit konsequenter.

Offensichtlich sehr am Stil der räudigen Spaghetti-Western orientiert könnte man diesen Film beinah auch für einen halten. Auch, da der unmittelbar danach nach Italien übersiedelnde Schurke vom Dienst Henry Silva (Der Berserker) in einer der Hauptrollen zu sehen ist, diesmal allerdings als Good Guy. Als Apache Chatto (ja, früher durfte auch ein Charles Bronson oft als „Rothaut“ auflaufen, heutzutage schlicht undenkbar) rettet er die Lehrerin Alice (Michele Carey, El Dorado), die von fünf Ganoven brutal vergewaltigt und ihrem Schicksal überlassen wurde. Nachdem er sie erfolglos versucht hat, bei „ihresgleichen“ abzugeben, übernimmt er selbst die Fürsorge und steht ihr beim folgenden Rachefeldzug als Trainer und Mentor tatkräftig zur Seite. Ein versiffter Schurke nach dem anderen wird von ihr heimgesucht, während die Strafverfolgung aufgrund der vorhergegangenen Gefangenenbefreiung ebenfalls an ihren Sporen hängt. Allerdings noch in dem Glauben, es ginge hier darum einen entflohenen Banditen zu finden und nicht, eine rachsüchtige Frau aufzuhalten. 

Das klingt auf dem Papier tatsächlich viel besser als es im Endeffekt leider ist, denn dass Ron Joy (mit dem Namen könnte man auch Star in „Erwachsenenfilmen“ werden) davor und danach keinen abendfüllenden Spielfilm mehr inszeniert hat, verwundert relativ wenig. Generell ist das natürlich eine sehr billige Produktion, die durchgehend den (nicht zwingend uninteressanten) Charme eines Drive-In-Double-Features versprüht. Aber auch so etwas kann durch inszenatorisches Können sichtlich aufgewertet werden, davon ist hier nicht wirklich viel zu sehen. Immerhin ist die Rape-Sequenz so intensiv und unangenehm inszeniert, dass sie als immer wiederkehrendes Image im Film durchaus funktioniert. Die Darstellenden wirken durchaus bemüht und bei knapp 80 Minuten Laufzeit kann kaum echte Langeweile aufkommen, wenn in regelmäßigen Abständen einer der Widerlinge ins Gras beißen muss. Das dürfte dann gerne noch wesentlich drastischer ausfallen, um die ansonsten klar vorhandenen Defizite von Plot und Handwerk grob zu übertünchen, aber so fair muss man sein, die wirklich drastischen Genre-Beiträge kamen eben erst danach und somit hat das trotzdem noch einen Hauch von Pionierarbeit.

Wirklich gut funktioniert eigentlich nur das Ende, dass ziemlich fatalistisch und hundsgemein daherkommt und einen geschickten Moment erwischt, um das Publikum zu entlassen. Alles davor hat man danach definitiv immer mal wieder viel besser gesehen…aber davor so oft eben noch nicht und allein deshalb hat Die Bestialischen etwas, dass man ihm unmöglich nehmen kann.

Fazit

Nicht hübsch, nicht sorgfältig, nicht talentiert und in praktisch keiner messbaren Kategorie auch nur irgendwie wirklich gut, aber dieser schlampigen Sauhaufen von einem Film hat einen sehr, sehr groben Vibe, dem sich gewisse Ansätze und Reizpunkte nicht in Gänze absprechen lassen. Absolut nur etwas für Komplettisten und Genre-Fanatiker, aber die könnten vielleicht interessiert sein.

Kritik: Jacko Kunze

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