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Quelle: themoviedb.org

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Apollo 17 war offiziell die letzte bemannte Mondlandung – angeblich aus Kostengründen. Doch was wäre, wenn es noch eine weitere Mission gab? Eine geheime, die eine furchtbare Wahrheit zutage förderte…

Kritik

Warum gab es nach Apollo 17 eigentlich keine Mondlandungen mehr? Apollo 18 liefert eine unheimliche, in Found Footage-Aufnahmen gekleidete Antwort. Mit dieser Herangehensweise schwimmt der 2011 veröffentlichte Horror/Sci-Fi-Hybrid im Fahrwasser von Werken wie Paranormal Activity, Cloverfield und – wie könnte es anders sein – The Blair Witch Project, dem vielleicht bekanntesten, in jedem Fall aber einflussreichsten Found Footage-Film überhaupt. Von Regisseur Gonzalo López-Gallego (Open Grave) inszeniert erzählt uns der (angeblich) aus neu aufgetauchten Archivaufnahmen zusammengefügte Apollo 18 von der gleichnamigen Mondmission. Eine Mission, die es aufgrund von gestrichenen Geldern niemals gegeben hat – so lautet zumindest die offizielle Version. Die Wahrheit ist jedoch eine andere.

Im Zuge der im Geheimen durchgeführten Apollo 18-Mission werden im Dezember 1974 drei Astronauten auf eine Reise zum Mond geschickt. Zunächst läuft alles nach Plan. Der Flug verläuft ruhig, die Landung gelingt ebenso. Doch bald schon wird den Astronauten bewusst, dass sie wohl nicht als einzige auf dem kargen Himmelskörper sind. Könnten es russische Kosmonauten sein, die ihre Mission sabotieren wollen? Oder haben es die Amerikaner womöglich mit etwas viel Gefährlicherem zu tun – etwas, dem nationale Zugehörigkeiten oder politische Rivalitäten vollkommen gleichgültig sind? 

Die reale Raumfahrtgeschichte um ein düsteres Kapitel zu erweitern, stellt eine reizvolle Idee dar, die wohl besonders jenen gefallen dürfte, die sich ohnehin für Verschwörungstheorien zu begeistern wissen. Der gewählte Found Footage-Stil passt hierbei natürlich wie die Faust aufs Auge, auch wenn vermutlich niemand auf die Idee kommen würde, dass man es hier tatsächlich mit echtem Bildmaterial zu tun haben könnte. Mit der pseudo-dokumentarischen Inszenierungsweise einhergehen dabei die üblichen Spielereien wie wechselnde Bildformate, Bildstörungen sowie der punktuelle Einsatz von unübersichtlichem „Herumgewackel“ (der sogenannten Shaky Cam). Aber es ist nicht bloß die gewählte Ästhetik, die Authentizität suggeriert. Es sind auch die gut in Szene gesetzten Kulissen. Egal ob staubig-felsige Planetenoberfläche oder ungemütliche Raumfahrtkapsel, die Schauplätze, in denen das beinahe kammerspielartig gestaltete Geschehen stattfindet, überzeugen auf ganzer Linie.

Weniger überzeugend ist indes die Darstellung des Bewegungsverhaltens von Personen beziehungsweise Objekten. Die im Vergleich zur Erde nur etwa ein Sechstel so starke Schwerkraft, die auf dem Mond eigentlich vorherrschen müsste, lässt sich hier allenfalls erahnen. Und wie einige der Kamerawinkel zustande kommen, wirft ebenfalls Fragen auf. Ungeachtet dessen gelingt es Apollo 18 durch die aus seinem Setting resultierende Isolation sowie aufgrund der Gewissheit, dass die Protagonisten im Ernstfall völlig auf sich allein gestellt sind, eine beklemmende Atmosphäre zu etablieren. Aus narrativer Sicht hat López-Gallegos knapp 80-minütiges Werk allerdings mit exakt jenen Problemen zu kämpfen, die nahezu jede Found Footage-Produktion plagen. Da wären zum einen Figuren, die nur wenig Persönlichkeit aufweisen und denen kein Raum für Charakterentwicklung zugestanden wird und zum anderen eine Handlung, der es über weite Strecken hinweg entschieden an Dramaturgie mangelt. 

Die Protagonisten bei belanglosen Tätigkeiten wie z. B. dem Zubettgehen zu zeigen mag vielleicht durchaus realistisch sein und zum dokumentarischen Charakter passen, aber spannend ist derartiges nicht – daran ändern auch die rund 284.000 Kilometer Entfernung zur Erde herzlich wenig. Sobald die ersten Mystery- bzw. Horrorelemente (inkl. des ein oder anderen Jumpscares) hinzukommen, wird es zwar interessanter, aber selbst dadurch gewinnt die Handlung nur marginal an „Dynamik“. Darüber hinaus gelingt es dem Film nur sehr bedingt, einsetzende Spannungsmomente aufrechtzuerhalten. Und wer auf ein höheres Maß an Action hofft, schaut über weite Strecken hinweg genauso in die Röhre wie jene, die sich den Film extra wegen seiner Creature-Feature-Elemente zu Gemüte führen. Denn von beidem bekommt man bei López-Gallego nur sehr wenig geboten, weswegen Apollo 18 – ungeachtet des interessanten Ansatzes – in seiner Gänze dann doch eher eine mittelmäßige Seherfahrung darstellt. Schade, mit einer „klassischen“ Inszenierung wäre hier womöglich mehr drin gewesen. 

Fazit

Gekleidet in Found Footage-Optik möchte uns "Apollo 18" davon überzeugen, dass es in den 70ern eine geheime Mondmission gab, bei der eine folgenschwere Entdeckung gemacht wurde. Die Grundidee ist – gerade für Science-Fiction-Fans – überaus faszinierend, die tatsächliche Umsetzung leider weniger. Trotz stimmungsvollem Setting und überzeugender Kulissen mangelt es dem Film über weite Strecken hinweg an Tempo, Spannung und Action. Ein schlechter Film sieht zwar anders aus, ein guter allerdings auch.

Kritik: Constantin Wieckhorst

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