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Quelle: themoviedb.org

Inhalt

Die junge Studentin Marla kehrt nach zwei Jahren nach Hause zurück, weil sie nach dem Tod ihrer Eltern das Haus der Familie verkaufen will. Ihre Freunde versuchen sie mit einer Party aufzumuntern, doch eine mysteriöse Droge sorgt dafür, dass Marla einem bizarren und scheinbar nie endenden Albtraum erliegt…

Kritik

Crowdfunding kommt immer mehr in Mode. Auch in der Filmwelt ist Crowdfunding nichts mehr Neues. Bekanntester deutscher Vertreter ist hier bestimmt „Stromberg – Der Film“, welcher zum Teil von Spenden der Fans produziert worden ist. Doch auch kleinere und unbekanntere Filmemacher können sich durch Crowdfunding verwirklichen. So geschehen bei dem Mysterythriller „Beyond the Bridge“. Es wurde genug Spenden eingenommen, damit Daniel P. Schenk seinen Traum verwirklichen kann. Doch auch wenn Crowdfunding schnell mit Amateurfilmen, gar Trash oder Billigfilmen assoziiert wird, beweist uns die Regiearbeit von Schenk schnell das Gegenteil.

Schenk und seine Crew schaffen es, dass man „Beyond the Bridge“ sein Budget zwar ansieht aber bereits nach wenigen Minuten verzeiht, da das beste herausgeholt wird. Und irgendwie macht genau dies den Film auch aus. Aufgrund der fehlenden Mittel besinnt sich Schenk auf das, was wirklich wichtig ist, und zwar der Atmosphäre. Bereits nach einer kurzen Einführung der Hauptperson Marla Singer, beginnt für Sie der Albtraum. Und diese Sequenzen sind das eigentliche Highlight des Filmes. So sieht Marla sich mit ihren Ängsten konfrontiert. Doch anders als bei Hochglanzproduktionen wird die dichte und angespannte Atmosphäre nicht durch ein sinnloses Effektwirrwarr erschaffen. Schenk besinnt sich auf Minimalismus. Alleine das Fehlen von Musik, sowie ein tolles unverbrauchtes, jedoch fast alltägliches Setting tun ihr übriges. Schnell ist der Zuschauer angespannt. Da Marla häufig alleine durch dunkle Keller, dichte Wälder oder weitreichende Industriegelände unterwegs ist, war es hier für Schauspielerin Maya Schenk besonders wichtig überzeugend zu sein. Und, obwohl Sie weit davon entfernt ist, eine bekannte Schauspielerin zu sein, meistert Sie ihren Job mit Bravur. Wir fühlen mit ihr, wir leiden mit ihr, wir haben Angst mit ihr.

Besonders hervorheben muss man die Kameraführung. Es handelt sich um eine Mischung aus Wackelkamera (fast schon eine Point of View Einstellung) und starrer Kameraführung. Und eben diese lässt bei dem Zuschauer den Eindruck entstehen, sich in einem Videospiel wie Resident Evil oder Silent Hill zu befinden. Mal folgt die Kamera Marla ruhig, mal steht die Kamera mit Weitwinkelobjektiv mitten in der Walachei und filmt, wie Marla auf der einen Seite das Bild betritt und auf der anderen Seite wieder verlässt.  Und genau dieser Wechsel der Kameraeinstellungen führt zu einer dichten Atmosphäre, da der Zuschauer immer sehr nah an Marla ist.

Zwar sind die Nächte und somit die Versionen von Marla die eigentlichen Herzstücke des Filmes, allerdings überzeugt auch die simple Geschichte sowie die einzelnen Darsteller. Jeder Zuschauer sollte sich im Vorfeld bewusst sein, dass es sich eben nicht um eine Hochglanzproduktion handelt, sondern eher um einen Amateurfilm. Doch überzeugen die Darsteller auch ohne großen Bekanntheitsgrad. Hier und da gibt es minimale Abstriche, über die man allerdings allzu gerne hinweg sieht. Auch verstickt sich im letzten Drittel die Geschichte ein wenig und hat ein paar Logiklücken. Doch auch dies tut dem Film keinen Abbruch. In seiner Einfachheit ist der Plot nahezu genial. Schenk schafft es, ohne große Jumpscares, ohne Spezialeffekten und ohne Monster einen spannenden Genrebeitrag mit einer großartigen Atmosphäre zu erschaffen. Er besinnt sich auf das eigentliche, vielleicht sogar das wichtige: Einsamkeit, Isolation und der Kampf gegen die eigenen Ängste.

Zum Schluss hin überrascht „Beyond the Bridge“ noch mit einem netten Twist. Plötzlich ist nichts mehr so wie es scheint. Genau hier schleichen sich leider die Logiklücken ein. Doch will man es „Beyond the Bridge“ gerne verzeihen. Die wenigen Abstriche sind gemessen an der Produktion und den zur Verfügung stehenden Mittel  fast nicht erwähnenswert.

Fazit

„Beyond the Bridge“ ist ein gelungener Genrebeitrag, welcher sich vor Hochglanzproduktionen nicht verstecken muss. Eben durch die minimalistische Machart überzeugt er auf ganzer Linie. Für alle, die abseits des Hollywoodmainstream einen spannenden Thriller sehen möchten, ist „Beyond the Bridge“ die richtige Wahl.

Autor: Christian Kühnemann

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