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Quelle: themoviedb.org

Inhalt

Die Liebesgeschichte einer in London lebenden libanesischen Journalistin und eines syrischen Aktivisten/Kameramanns, erzählt anhand von dreizehn Jahren persönlicher Archive aus Revolutionszeiten, Krieg und Exil.

Kritik

Der mehrdeutige Titel Janay Boulos und Abd Alkader Habaks dokumentarischen Langfilm-Debüts verweist auf die intrinsische Verflechtung von Liebe und Krieg, die beider berührende Mischung von Privatem und Politik, Romanze und Revolution antreibt. Vor dem Hintergrund der Kriege in Syrien und Libanon entsinnt sich zwischen der in London ansäßigen libanesischen Journalistin und dem syrischen Aktivisten und Kameramann eine außergewöhnliche Liebesgeschichte. Getragen von den durch Split Screen und Match Cuts vereinten Perspektiven des Regie-Duos entsteht eine radikal persönliche Auseinandersetzung mit Trennung und Nähe, Hoffnung und Verzweiflung. 

Die auf einem Archiv von großteils selbstgedrehtem Filmmaterial basierende Chronologie dokumentiert die Begegnung und Beziehung Boulos und Habaks. Sie sind zugleich Erzählende, Hauptfiguren und Zeitzeugen von Terror und Zerstörung ebenso wie flüchtigen Momenten gemeinsamen Glücks. Textnachrichten, Sprachaufnahmen und Handy-Videos aus den Kriegsgebieten stehen neben den sorgenvollen und zärtlichen Nachrichten des Liebespaares. Journalistisches Zeitdokument und emotionale Selbstergründung vermischen sich zu einer vielschichtigen Momentaufnahme, in der äußere und innere Konflikte einander überlagern. Die mediale Integration beider persönlicher Sichtweisen als unmittelbar Beteiligte schafft ein festes narratives Fundament und rohe Subjektivität. 

Als gelebte Realität prägen die bewaffneten Konflikte Identität, Lebensentwürfe und Beziehungen der Regieführenden. Eine reduzierte, naturalistischer Optik verstärkt die beklemmende Intensität der Kameaufnahmen. Habak fängt sowohl Schrecken und Chaos des syrischen Bürgerkriegs ein als auch die ruhigen Augenblicke zwischen Angriffen und die unterdrückte Anspannung seiner riskanten Flucht. In der Gegenüberstellung zärtlicher Gesten wie den Kosenamen „birdie“, auf den der Titel ebenfalls anspielt, Humor und Alltagssituationen mit Hass und Zerstörung zeigt sich die Resilienz zwischenmenschlicher Zuneigung. Wie lange diese überleben kann, emotional und existenziell, bleibt offen.

Fazit

Fragen um Zugehörigkeit, ethischer Verpflichtung und Objektivität durchziehen Janay Boulos und Abd Alkader Habaks differenzierte Dokument privater und geopolitischer Umbrüche. Autobiographisches Archivmaterial und Kriegsreportage verschmelzen zum realen Liebesdrama des durch Grenzen und Gewalt getrennten Regie-Paares. Jenes widersteht jeder melodramatischen Verzerrung des aus Handy-Videos, Nachrichten-Ausschnitten und Handkamera-Szenen zusammengefügten Materials. Textnachrichten und Wortspiele werden zu essenziellen Bindungsritualen; einem psychologischen Halt in permanenter Instabilität und Ungewissheit. Als gelebte Erfahrung wird Krieg zum alles definierenden Faktor, der die Protagonist*innen als Trauma selbst in friedvollen Momenten verfolgt.

Kritik: Lida Bach

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