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Inhalt

In "Bliss" begleiten wir Greg (Owen Wilson), der mit seinem Leben schon lange nicht mehr glücklich ist: Frisch geschieden sitzt er in einem nervigen Job fest, in dem er statt zu arbeiten Entwürfe einer besseren Welt zeichnet. Es kommt wie es kommen musste und Greg wird entlassen. Im Eifer des Gefechts ermordet er seinen Chef versehentlich und sieht sich endgültig am Abgrund. Er flieht in eine Bar, in der er auf Isabel (Salma Hayek)  trifft, die ihm offenbart, dass diese Welt nur eine Computersimulation ist...

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Quelle: themoviedb.org

Kritik

Wenn man das Leben nicht vom Kopf auf die Füße gestellt bekommt, erscheint die Weltflucht verlockend. Greg (Owen Wilson, Wunder) malt sie sich täglich aus, indem er die Flächen seiner Zeichnungen mit der bedrückenden Stimmung füllt, die ihn umgibt: gekränkt, geschieden, gedankenverloren - nur die Schmerztabletten und die künstlerische Betätigung helfen ihm durch den Arbeitsalltag, lenken ihn von der Arbeit ab. Das sieht sein Chef gar nicht gerne und entlässt ihn kurzerhand. In einer körperlichen Auseinandersetzung tötet Greg ihn versehentlich. Um dem zu entrinnen, reicht auch das Zeichnen nicht länger: Er versteckt die Leiche und sucht Trost in einer Bar. Dort begegnet er Isabel (Salma Hayek, Lady Business), die in ihm einen der letzten "echten" Menschen zu erkennen glaubt. Sie ist davon überzeugt, dass diese kaputte Welt nur Ergebnis einer Computersimulation ist. Die "wahre" Welt habe ein schöneres Antlitz. 

Greg schenkt ihr keinen Glauben. Zumindest bis sie ihm einen ihrer gelben Kristalle einflößt, der ihm Kräfte über die simulierte Welt verleiht. Mit wenigen Fingerbewegungen ist er dazu in der Lage Personen zum Stolpern zu bringen, Menschenmassen aufzuteilen, Autos zu zertrümmern. Erstmals seit langem kann er sich wieder über sein eigenes Leben ermächtigen. In einer der besten Szenen des Filmes richten Greg und Isabel Chaos auf einer Rollschuhbahn an. Im Vergleich zu den tristen Einstellungen der vergangenen Dreiviertelstunde wirkt diese Szene in ihrem kitschigen Witz fast farbenfroh. Den Befreiungsschlag, den die Protagonisten erleben, wenn sie einen Rollschuhfahrenden nach dem anderen zum Fall bringen, um sich im Anschluss glückstrunken zu lieben, fühlen die Zuschauenden nach. Ähnlich wie beim Aufhänger des Werkes, in dem Greg seinen Chef abrupt ermordet, sammelt sich diese Szene zu einer surrealen Spannung, die die stockende Erzählung der vorigen Minuten unter sich bündelt. 

Es soll die letzte Szene dieser Art gewesen sein, denn danach sucht Bliss zunehmend die Weite. Zwar wird deutlich, dass er es auf eine Analogie über Drogensucht absieht, doch verliert dieser Ansatz spätestens seinen Fokus, wenn die Erzählung sich in der Gegenüberstellung der Parallelrealitäten ergießt. Dabei gelingen ihm zu Beginn Verbindungen, die der "anderen" Welt Schönheit abgewinnen: Gregs Schmerztabletten ähneln den gelben Kristallen, seine Zeichnungen werden Realität und Isabel scheint der Droge insofern zu gleichen, als dass sie das verführerische Tor zu dieser Welt darstellt. Im Folgenden ist Mike Cahill  (Another Earth) so verliebt in seinen eigenen Film, dass er jeden Stein in der Hoffnung umdreht, noch einen interessanten Gedanken, noch eine spannende Ästhetik,  unter ihm zu finden. Das überführt in die Belanglosigkeit.

So werden unnötige Subplots implementiert, die den Film dazu zwingen, in seiner Tonalität zu variieren. Die Übergänge zwischen diesen erscheinen unglücklich: Cahill gelingt der Spagat zwischen Mistery-Thriller, Science-Fiction, RomCom und Drama nicht. Auch wenn die verschiedenen Phasen des Filmes für sich genommen kompetent umgesetzt sind, ergeben sie keinen ganzheitlichen Guss. Die Motive werden zu Fremdkörpern und verhindern jegliche Vereinnahmung der Zuschauenden. Der Ausgang des Ganzen ist uns einigermaßen gleich, weil wir gar nicht verstehen können, worum es in diesem Film geht: Welche Welt ist die Realität? Was wird aus Greg und Isabel?  Was wird aus der Tochter, die Greg in seiner alten Realität zurückließ? - All diese Fragen spielen keine Rolle. Nicht etwa, weil der Film sie nicht angeht, sondern weil sie unter dessen Überladung ersticken, keinen Raum zur Entfaltung gewinnen, weil sie uns nichts angehen. 

In vielen bisher veröffentlichten Kritiken wurde erwähnt, dass Bliss nicht über seinen Plot, sondern über seine Stimmung funktioniere. Tatsächlich hat das Drehbuch konzeptionelle Schwächen, wie an der bereits erwähnten Überladenheit deutlich wird. Doch es ist nicht so, als ließe sich hier ein eindeutiger Schnitt ziehen. Auch die Stimmung des Filmes leidet mächtig unter der Konzeption:  Wir können das Leben, aus dem Greg ausbrechen möchte, kaum greifen, weil Cahill sich keine zwanzig Minuten nimmt, um unser Mitschwingen zu ermöglichen. Wir müssen bis zum Ende  Expositions-Dialoge ertragen, da der Film sich in eine Position manövriert, aus der heraus er sich stetig selbst erklären muss. Wir können die emotionale Dramatik, auf die das Werk zeigt, nicht verstehen, weil da für uns keine Dramatik liegt. Was Bliss jedoch durchgängig gelingt - um mit einem positiven Aspekt zu enden - ist ein Gefühl für die Geworfenheit des Protagonisten zu vermitteln: Es wird deutlich, dass er der Welt nicht enfliehen kann, auch wenn er dessen Realität ändert. 

Fazit

"Bliss" ist ein besonderer Film. Mike Cahill ist stetig auf der Suche nach neuen Motiven, um seinem Genre-Mix rundum Drogensucht und Weltflucht neue Facetten abzugewinnen. Er gewinnt ihm so viele davon ab, dass er kaum eine bedienen kann. So verläuft sich das Werk in weiter Belanglosigkeit - ohne Fokus und ohne Ergriffenheit des Zuschauenden. 

Autor: Maximilian Knade

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