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TAL DER SKORPIONE erzählt von einem gnadenlosen Spiel in der Wildnis, wo kriminelle Psychopathen gegeneinander ums Überleben kämpfen müssen. Urheber dieses Gladiatorenkampfes sind die größenwahnsinnigen Wissenschaftler Gebrüder Ribbeck, die aus den Genen des Siegers einen Übermenschen klonen wollen. Zufällig findet sich auch der Polizist Kamarowski im TAL DER SKORPIONE wieder und ist gezwungen, den Kampf gegen seine bis an die Zähne bewaffneten Kontrahenten aufzunehmen.

Kritik

Jetzt mal ganz ehrlich, man kann über Produktionen wie Tal der Skorpione die Nase rümpfen, sie verdienen aber dennoch Respekt. Immerhin stehen hier keine großen Studios hinter dem Projekt, das über Jahre hinweg entstand und den Machern gewiss einiges an Kraft, Eifer und vor allem Freizeit kostete. Nachdem dies gesagt ist, bleibt aber nichts anderes übrig, als diesem Actionfilm gegenüber keine Empfehlung auszusprechen. Warum? Darum.

Wo fangen wir nur an? Vielleicht vorweg die klare Ansage, dass die mangelhaften darstellerischen Leistungen zwar mit ein Grund dafür sind, dass Tal der Skorpione kolossal scheitert, so wirklich ankreiden kann man der No-Budget-Produktion dies aber nicht. Die Floskel „Stets bemüht“ passt blendend auf die (meist) Laien-Darsteller. Ihr fehlendes Talent kommt aber vor allem deswegen zum Vorschein, weil das Script eine reine Katastrophe ist. Was beginnt wie eine Art Graf Zaroff - Genie des Bösen entwickelt sich zunehmend in ein sinnentleertes Gemansche aus Action-, Kriegs- und Horrorfilm-Klischees der angegammelten Sorte. Das führt dazu, dass Tal der Skorpione über keinerlei wirklichen erzählerischer Rhythmus verfügt und mit seiner Laufzeit von über 130 Minuten mindestens 40 Minuten zu lang ist.

Auch dass Hauptdarsteller, Autor und Regisseur Patrick Roy Beckert seinen Film mit unzähligen Figuren vollstopft, tut seinem vornehmlich in Kiesgruben und Wäldern gedrehten Independent-Film nicht gut. Es fehlt ein klarer charakterlicher Fokuspunkt, wie man ihn z. B. in Scott Manns The Tournament hatte, der vor einigen Jahren mit deutlich mehr Budget und Verständnis für Figuren und Action besser sich auf den Gefilden des Battle-Royale-Subgenre austobte.

Ja, auch die Action ist wenig stimmig in Tal der Skorpione . Es wird geballert, sehr viel sogar, aber es fehlt eine wirkliche kinetische Energie. Vielleicht um das auszugleichen, vertraut Beckert dafür immer wieder gerne auf zelebrierten Sadismus. Wenn hier harte Männer nicht ganz so harte Männer erniedrigen oder einen Vortrag über ihre Sexphantasien zum Besten geben, dann wirkt das so, als ob die Macher sich die guten alten Zeiten zurückwünschen, als Mutti noch am Herd stand und Chuck Norris die bösen Vietcong dezimierte. Tal der Skorpione  feiert nicht das Gestern des Actionkinos, er wimmert dem Damals hinterher. Ein Film als Trotzreaktion, der vorgibt, Eier aus Stahl zu haben, aber eigentlich mit großem Macho-Gehabe nur seine eigene Impotenz zu verschleiern versucht.

Selbst eine unfreiwillige Komik will bei Tal der Skorpione  nicht zustande kommen und dabei nimmt sich der Film erstaunlich ernst, was er mit Voice Over und Monologen untermauert, die klingen, als ob ein Sänger von Ballermann-Hits versucht einen auf William Shakespeare zu machen. Es ist zwar durchaus fraglich, dass Tal der Skorpione besser wäre, wenn er nicht so verkrampft versuchen würde tough und ernst zu sein, aber es hätte wahrscheinlich den ein oder anderen Lichtblick verursacht, von denen es nun gar keinen gibt. So schön es für die Macher auch sein mag, dass sie ihr kräftezehrende Produktion nun auf deutschen Leinwänden sehen können, so sehr ist der Film im Kino deplatziert

Am besten ist Tal der Skorpione  wohl auf den Festplatten und USB-Sticks der Macher aufgehoben, damit sie sich ihr Werk immer mal wieder ansehen und sich gegenseitig zu prusten können, dass es (vermutlich) eine schöne Zeit war. Es sei ihnen von Herzen gegönnt, aber eine schöne Zeit macht eben noch keinen guten Film, egal ob im Amateur-, Independent- oder Big-Budget-Bereich.

Fazit

Keine Frage, in diesem Independent-Film floß viel Aufwand, Freizeit und Herzblut, aber anschaubar ist das Ergebnis dennoch nicht. "Tal der Skorpione" ist gewiss ein Fest für anspruchslose Action-Fans, die Spaß daran haben, sich ohne eine Form der Reflexion in gammeliger Gestrigkeit zu suhlen. Für alle anderen dürfte die Sichtung des Films vor allem eines sein: Sadismus.

Autor: Sebastian Groß

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