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Quelle: themoviedb.org

Inhalt

Nach dem Suizid ihrer Mutter bleibt Sasha mit einer unbändigen Wut zurück und erstellt eine Aufgabenliste, um nicht so zu werden wie sie.

Kritik

Mit seiner kantigen Heldin und inhaltlichen Ambition ist Sanna Lenkens zweiter Spielfilm eines dieser Projekte, die man unwillkürlich gut finden möchte - auch wenn sie es nicht leicht machen. Paradoxerweise liegt das gerade daran, dass die Regisseurin es nicht nur sich selbst, sondern auch dem Publikum viel zu einfach macht. Statt überholte Konzepte psychischer Normierung zu hinterfragen, zeigt ihre Tragikomödie wie bereits ihr mit dem Gläsernen Bären ausgezeichnetes Debüt My Skinny Sister lieber mit dem Finger.

Diesmal richten sich die latenten Schuldzuweisungen statt gegen die ältere Schwester der weiblichen Hauptfigur gegen deren Mutter. Die wurde wegen ihrer Depression und dem auf der Leinwand allein daraus resultierenden Freitod zum Kontravorbild für die 12-jährige Protagonistin. Sasha (Sigrid Johnson, Maria Wern) erstellt sogar eine To-Do-List, deren Punkte den drei Handlungskapiteln als Überschrift dienen. 1. Haare schneiden. Weil Filmprotagonistinnen radikale Veränderungen immer mit neuen Frisuren ausdrücken? Jedenfalls hagelt es Komplimente - und nicht nur dafür.

Die fast schon zu selbstbewusste Hauptfigur, deren Motivation, den trauernden Vater als Comedian zum Lachen zu bringen, wirkt eher wie eine Ausrede zur Egozentrik. Sashas Gedanken und Aktionen kreisen stets um sie selbst. Kritik von Freundes- und Familienkreis trifft auf zornigen Trotz. Die sich aufdrängende Frage, warum ihre Mutter nicht solche Unterstützung erfuhr, wird genauso wenig thematisiert wie der latente Ableismus der Story. Deren Pointe, dass Tragik ein toller Karrierekick ist, wirkt da zynisch passend.

Fazit

Die guten Intentionen, die Sanna Lenkens Verfilmung des gleichnamigen Kinderbuchs vor sich her trägt, untergräbt dessen vorurteilsbelasteter Umgang mit den Tabuthemen psychischer Leiden und Freitod. Beide Motive dienen mehr der Sentimentalität statt dramatischer Auseinandersetzung oder psychologischer Entwicklung. Indirekt bestätigt die handwerklich solide Inszenierung die destruktiven Dogmen von Verpflichtung zum Leben und Krankheit als persönlicher Schuld, die Vergebung bedarf. Die unter der fröhlich-bunten Fassade gärende Scheinheiligkeit erstickt frühzeitig jedes Lachen über die mäßigen Witze.

Kritik: Lida Bach

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