4.0

MB-Kritik

David 2025

4.0

Brandon Engman
Brian Stivale
Shahar Taboch
Aaron Tavaler
Hector
Miri Mesika
Jack Wagman
Jonathan Shaboo
Sloan Lucas Muldown
Mike Ciporkin
Katie Bernstein
Lauren Daigle
Mark Jacobson
Nitzan Sitzer
Adam Meir
Adam Michael Gold

Inhalt

Von den Liedern des Herzens seiner Mutter bis zum Flüstern eines treuen Gottes beginnt Davids Geschichte in stiller Andacht. Als der Riese Goliath aufsteht, um eine Nation zu terrorisieren, tritt ein junger Hirte hervor, der nur mit einer Schlinge, ein paar Steinen und unerschütterlichem Glauben bewaffnet ist. Von Macht verfolgt und von Zielen getrieben, stellt seine Reise die Grenzen von Loyalität, Liebe und Mut auf die Probe — und gipfelt in einem Kampf nicht nur um eine Krone, sondern um die Seele eines Königreichs.

Kritik

Angel Studios sind längst mehr als ein kleines christliches Filmstudio. Das US-Unternehmen hat sich in den vergangenen Jahren vor allem mit Filmen und Serien ein großes Publikum aufgebaut, die sich gezielt an konservative und christliche Zuschauer richten. Der Erfolg beruht dabei nicht zuletzt auf einer ungewöhnlichen Vermarktungsstrategie: Die eigene Community wird stark eingebunden, bewirbt die Produktionen und sorgt dafür, dass auch Filme mit überschaubarem Budget ein beachtliches Publikum erreichen können. Gerade in den USA funktioniert dieses Modell erstaunlich gut. Kritisch sehen sollte man Angel Studios trotzdem – schließlich werden hier Unterhaltung, religiöse Überzeugungen und eine sehr gezielte Publikumsansprache bewusst miteinander verbunden.

Christliches Kino mit cleverer Vermarktung

Mit David widmet sich Angel Studios nun einer der bekanntesten Geschichten der Bibel. Die Geschichte des jungen Hirten, der später zum König Israels wird, bietet eigentlich alles, was ein Animationsfilm braucht: Abenteuer, Gefahren, einen übermächtigen Gegner und eine Figur, die über sich hinauswachsen muss. Der Film erzählt Davids Geschichte dabei insgesamt recht nah an den biblischen Vorgaben. Gleichzeitig wird die Gewalt für die junge Zielgruppe deutlich abgeschwächt oder gleich ganz ausgeblendet. Das ist nachvollziehbar, nimmt der Geschichte allerdings auch einiges von ihrer ursprünglichen Wucht.

Die Qualität der Animation ist dabei durchaus in Ordnung. David sieht keineswegs katastrophal aus und erfüllt seinen Zweck als Familienunterhaltung. Mit den großen US-amerikanischen Animationsstudios spielt die Produktion allerdings in einer anderen Liga. Gerade bei der Gestaltung der Figuren wird deutlich, dass man sich an bekannten Vorbildern orientiert. Die Charaktere wirken teilweise überzeichnet und ausgesprochen comichaft, während die visuelle Eigenständigkeit eher überschaubar bleibt. Auch die Songs sollen offenbar an erfolgreiche Animationsmusicals erinnern – erreichen deren Charme allerdings nur selten. Mehr als einmal wirken die Gesangseinlagen weniger wie eine Bereicherung als wie ein Hindernis für den Erzählfluss.

Bibelstunde mit Popcorn?

Interessanterweise hält sich David trotz seiner religiösen Herkunft mit einer allzu offensiven Missionierung zurück. Der Fokus auf Familienunterhaltung sorgt dafür, dass der Film weder sklavisch am Bibeltext klebt noch seine Botschaft permanent mit dem Holzhammer präsentiert. Trotzdem bleibt ein bestimmter Eindruck bestehen: Man wird das Gefühl nicht ganz los, dass Angel Studios es nur zu gerne hätten, wenn die Kinder nach dem Kinobesuch möglichst direkt in die Sonntagsschule weiterziehen.

Das macht David allerdings noch lange nicht zu einem besonders spannenden Propagandafilm. Wer darin weitere politische oder religiöse Botschaften erkennen möchte, kann das selbstverständlich tun – und vielleicht wird der Film dadurch für manche Zuschauer sogar interessanter. Als eigenständiges Kinoerlebnis bleibt davon jedoch erstaunlich wenig übrig. Dafür ist die Inszenierung zu glatt, das Tempo zu unausgeglichen und vieles schlicht zu harmlos.

Damit ist David vor allem eines: ziemlich egal. Religiöse Eltern dürften sich darüber freuen, dass ihr Nachwuchs im Kino etwas sehen kann, das sie als „anständig“ empfinden. Und fairerweise muss man Angel Studios zugutehalten, dass es durchaus schlimmer hätte kommen können. Der Film ist weder besonders heuchlerisch noch unerträglich belehrend. Er ist einfach nur ein Animationsfilm, der seine biblische Vorlage ordentlich, aber ohne große Inspiration und nicht sonderlich aufregend auf die Leinwand bringt.

Fazit

Grüße gehen raus an all die nachfolgenden Generationen, die sich diesen Film am letzten Tag vor den Ferien im Reli-Unterricht ansehen müssen. Wobei: In der DVD-Schublade von Frau Schneider finden sich bestimmt weitaus schlimmere Filme. "Das Leben des Brian" wäre dennoch cooler.

Autor: Sebastian Groß
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