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Gefangen hinter kalten Mauern, den Blick leer, durch Gitterstangen in die Welt gerichtet, fristet Robert Strout seine lebenslange Strafe. Der zweifache Mörder vegetiert geistig dahin und hat jegliches Interesse an seinem eigenen Leben verloren. Bis zu dem Tag, als er die Liebe zu den Vögeln entdeckt und das Dasein für ihn wieder einen Sinn ergibt. Er beginnt in seiner Zelle seine gefiederten Freunde zu beobachten und zu züchten. Die Lebensfreude, die er daraus zieht, wird jedoch abrupt gestört, als der neue Gefängnisdirektor Strout nach Alcatraz verlegen lassen will. Dort ist seine zum Lebenswerk gewordene Arbeit nicht erlaubt...

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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Die Hände von Robert Stroud (Burt Lancaster, Der Leopard) wirken massiv wie aus marmornem Naturstein gemeißelt, und in ihnen lässt sich ein wohlbehüteter Kanarienvogel entdecken. Ganz unscheinbar, fast untergehend in den kräftigen Pranken, aber so zutraulich, wie Vögel nur werden, wenn man sich ihnen von Geburt an als Bezugsperson zur Seite stand. Es handelt sich bei diesem einprägsamen Motiv um die Titelsequenz des Films Der Gefangene von Alcatraz von John Frankenheimer (French Connection 2). Und diese ersten Impressionen, die der Film dem Zuschauer entgegenbringt, tragen bereits die tiefere Bedeutung des gesamten Werkes in sich und nehmen vorweg, worum es im Verlauf der gut 150-minütigen Handlung gehen wird: Um Freundschaft, um Vorurteilslosigkeit und, ganz entschieden, um Rehabilitation.

Der Film indes basiert lose auf dem Roman Sehet die Vögel unter dem Himmel. Der Gefangene von Alcatraz von Thomas E. Gaddis, der sich dem Leben des Gewaltverbrechers Robert Stroud angenommen hat, der es während seines lebenslänglichen Gefängnisaufenthalts zur wissenschaftlichen Autorität im Bereich der Ornithologie brachte. In Der Gefangene von Alcatraz jedoch geht es John Frankenheimer und Guy Trosper nicht um ein akkurates Nachempfinden der Tatsachen, stattdessen baut man darauf, eine gewichtige Botschaft auf dem Gewand des ganz und gar klassischen Erzählkinos zu destillieren. Wir lernen Robert Stroud als aufbrausenden, renitenten Querkopf kennen, der ein Problem mit Vorschriften hat und es sich auch nicht nehmen lässt, die Hand gewaltvoll gegenüber Aufsehern zu erheben: „Ein hoffnungsloser Fall“, möchte man meinen, doch das Schicksal hat für jeden Menschen einen Plan parat.

Mit dem unerwarteten Entdecken eines neugeborenen Spatzes, dem er sodann einen warmen Platz in seiner umgeschlagenen Socke anbietet, beginnt die Wandlung des Robert Stroud – vom gewalttätigen Egomanen zum reflektierten Idealisten, der den Sinngehalt von „Recht“ offenkundig besser versteht, als es die Wärter vermögen, von denen sich nie jemand in einer Situation befand, in der ihnen die Definition wirklich von persönlichem Belang erschien. Der Gefangene von Alcatraz appelliert als ausgiebig geschilderte Studie über das Leben im Gefängnis an den Wert von Menschlichkeit hinter den kalten, grauen Mauern. Während Direktor Harvey Shoemaker (Karl Malden, Endstation Sehnsucht) das Wesen der Rehabilitation dahingehend verklärt, dass die Wiedereingliederung in das gesellschaftliche Geschehen nur durch den Entzug jedweder Individualität geschieht, pocht Stroud auf die wissbegierige Bewegungsfreiheit.

Denn was bringt eine Existenz im langen Schatten der Verbitterung, wenn es doch die Chance gibt, auch in Haft – durch die Macht der Bildung - einen Sinn für das eigene Leben zu entdecken. Und wenn dafür der ein oder andere Paragraf zu niemandes Nachteil missachtet werden muss, sollten wohl die Gesetzbücher eine ausführliche Korrektur erfahren, anstatt der Häftling wegen „Unangepasstheit“ das Ende des Schlagstocks. Der Gefangene von Alcatraz jedenfalls besticht durch seine Einfühlsamkeit und den unbedingten Willen, Menschen ihre Würde zu lassen, wenn sie für eine schwere Schuld eine ebenso schwere Sühne angetreten sind. Ergreifend gestaltet sich dabei das Schauspiel vom legendären Burt Lancaster, der seiner Robert-Stroud-Interpretation eine emphatische Präsenz einverleibt und den Zuschauer auf seinem so beflügelnden wie bedrückenden Weg voller Inbrunst mitreißt.

Fazit

So sehen Klassiker aus: Ein zeitlose Botschaft, eingebunden in das ergreifende Gewand des klassischen Erzählkinos. John Frankenheimers Der Gefangene von Alcatraz appelliert an die Menschlichkeit hinter Gittern und definiert den wahren Wert von Rehabilitation. Darüber hinaus gibt es einen gewohnt brillanten Burt Lancaster in der Hauptrolle zu bestaunen, der mal wieder unter Beweis stellt, warum er zu den ganzen Großen gehörte und immer gehören wird.

Autor: Pascal Reis

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