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Der Straßenjunge Mark Sway beobachtet den Selsbtmord von Jerome Clifford, einem berühmten Anwalt aus Lousiana, dessen letzter Klient der Mafiakiller Barry Modano war. Bevor Jerome sich tötet, erzählt er Mark, wo die Leiche von Senator Boyd Boyett vergraben liegt. Schon bald sind sowohl die Mafia, als auch das FBI hinter dem Jungen her, der Hilfe von der Anwältin Reggie Love bekommt…
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Quelle: themoviedb.org

Kritik

Die kommerzielle Erfolgsgeschichte der John Grisham-Adaptionen setzte sich auch im zweiten Jahr nahtlos fort: Wie schon Die Firma und Die Akte wurde auch Der Klient ein Kassenhit. Das Konzept blieb gleich: Die durch juristisches Hintergrundwissen aufgemöbelten Räuberpistolen seines Schöpfers werden mit einem namenhaften Cast und Regisseur bestückt und im Hochglanzlook als fettes Blockbuster-Kino angepriesen. Diesmal übernahm (wie auch zwei Jahre später bei Die Jury) Joel Schumacher die Regie und für die Hauptrollen konnten Susan Sarandon (Dead Man Walking) sowie der frischgebackene Oscapreisträger, Knittervisage Tommy Lee Jones (Auf der Flucht) gewonnen werden.

White-Trash-Kid Mark (in seiner ersten Filmrolle: Der später schwer abgestürzte und bereits 2008 im Alter von gerade mal 25 Jahren an den Folgen seiner Drogensucht verstorbene, mal sehr talentierte Brad Renfro, Der Musterschüler) will seinem kleinen Bruder im Wald eigentlich nur das Rauchen beibringen und wird unfreiwillig zum letzten Gesprächspartner eines lebensmüden Mafia-Anwalts. Dieser pustet sich vor den Augen der Kinder das Hirn aus dem Schädel, allerdings nicht ohne Mark in ein Geheimnis einzuweihen. Den Ort, an dem sein Mandant, der Profikiller Muldano (Anthony LaPaglia, Road to Perdition), die Leiche eines Senators versteckt hat. Fortan ist der Junge nicht nur Ziel des organisierten Verbrechens, sondern auch des Macht- und Medien-geilen Staatsanwalts Foltrigg (Jones), der ihn selbst mit illegalen Methoden und dem Verzicht auf alle Bürgerrechte dazu bringen will, sein Wissen preiszugeben. Ihm zur Seite steht die gerissene, aber mit einer nicht sonderlich hohen Reputation versehene Rechtsanwältin Reggie Love (Sarandon).

Auf dem Papier stimmt da erstmal einiges und uninteressant beginnt der Film auch keinesfalls. Nach dem flotten und durchaus vielversprechenden Auftakt wird aber schnell klar: Das ist ein Paradebeispiel dafür, was bei Grisham-Verfilmungen häufiger nicht so ideal ausfällt. Was den justiziellen Backround angeht versteht der studierte und lange auch als solcher praktizierende Anwalt natürlich sein Geschäft. Alles andere bewegt sich auf dem Niveau von Thriller-Daily-Soap. Zugegeben, eher Denver Clan als Gute Zeiten, schlechte Zeiten, aber mit dem (vielleicht) angepeilten Niveau und den (definitiv!) vorhandenen Mitteln fällt das Resultat äußerst ernüchternd aus. Am wenigsten schuld am lauen Endprodukt sind die Darsteller. Speziell Susan Sarandon liefert eine wirklich gute Performance ab, womit sie als einzige Figur, trotz des mäßigen Scripts, sehr glaubwürdig und authentisch erscheint. Aufgrund dessen beinah eine Meisterleistung ihrerseits. Tommy Lee Jones gibt als schmierig-narzisstischer Staatsanwalt ebenfalls keine schlechte Figur ab, aber bei ihm bzw. seiner Figur beginnt schon früh der Niedergang des Films. Sie wie alle Gestalten hier sind solche Klischee-Abziehbilchen. Furchtbar überzeichnet, fast schon wie in einem Comic, der keiner sein will.

Der Plot ist da keinen Deut besser und stolpert von einer mittelprächtigen Spannungs-Sequenz ins nächst Logik-Schlagloch. Die gesamte Konstellation der Geschichte ist genau genommen totaler Schwachsinn. Gut gegen eigentlich auch Gut (aber gemein), gegen Böse. Warum drangsaliert der Staatsanwalt und sein Gefolge einen kleinen Junge – den perfekten Kronzeugen in einem politischen Mafia-Mord, für ihn ja kaum mit Gold aufzuwiegen – mit diesen Stasimethoden, wodurch er ihn LOGISCH dazu bringt, auf gar keinen Fall mit ihm kooperieren zu wollen. Im Prinzip verplempern die beiden „guten“ Juristen wahnsinnig viel Zeit mit ihrem persönlichen Zickenkrieg, damit die Mafia auch schön genug von selbiger bekommt um entweder die Beweise verschwinden zu lassen oder den Jungen auszuschalten oder im Idealfall beides. Am Ende machen sie dann das, was schon nach 10 Minuten die ganz normale und effektive Vorgehensweise gewesen wäre. Fall erledigt. So ein Blödsinn. Das nimmt komplett die Spannung aus der Story, die eh nicht so wahnsinnig die Nerven kitzeln würde. Dass Anthony LaPaglia im Netzhemd eher wirkt wie ein schlecht gelaunter Frisör als ein brutaler Hitman macht die Sache auch nicht entscheidend besser.

Fazit

Guter Cast, hochwertig produziert, keine uninteressante Geschichte per se, aber mehr als positive Voraussetzungen und Ansätze kann „Der Klient“ kaum vorweisen. Figuren und Plot sind auf Groschenroman-Niveau und der standardisierten Inszenierung von Joel Schumacher mangelt es an Verve und Inspiration. Dienst nach Vorschrift. Das ist kein richtig schlechter, aber ein völlig belangloser Film, von dem auf lange Sicht rein gar nichts hängen bleibt. Und mit „auf lange Sicht“ ist genau genommen schon das Einsetzen des Abspanns gemeint.  

Autor: Jacko Kunze

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