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Quelle: themoviedb.org

Inhalt

Margaret Reedle hofft, mit der neuen Stelle bei der Gräfin Moron den unerklärlichen Drohanrufen und Mordanschlägen auf sie zu entgehen. Diese Hoffnung schwindet allerdings schnell, denn als sie im Schloss den Balkon ihres Zimmers betritt, bricht dieser ab. Margaret kann sich allerdings in letzter Sekunde vor dem Sturz in die Tiefe retten. Bei seinen Ermittlungen entdeckt Mike Dorn von Scotland Yard, dass Margaret die Tochter Mary Pinders ist, die damals den Bruder der Gräfin geheiratet hat. Margaret hat damit Anspruch auf das Erbe und schwebt in großer Gefahr...

Kritik

Der fünfte (!) und für den Jahrgang 1961 letzte Rialto-Wallace stellt den ersten, echten Tiefpunkt der Reihe dar, obwohl er sich grundsätzlich an alle zahlreich erprobten Faustformel hält. Schwer zu sagen, warum ausgerechnet diese Ansammlung groben Unfugs diesmal einfach nicht funktionieren will und nicht wie sonst durch andere Qualitäten hinweggewischt werden kann, die rudimentär natürlich auch vorhanden sind. Das diesmal in dem eh schon gewohnt knappen Drehplan von einem Monat ein spontaner Regiewechsel stattfinden musste war der Qualität vermutlich nicht förderlich. Krankheitsbedingt wurde Josef von Báky (Das doppelte Lottchen) bei seinem letzten Film durch Serien-Täter Jürgen Roland (Der grüne Bogenschütze) ersetzt. Das Resultat wirkt vielleicht auch deshalb besonders konfus, allerdings ist das nur ein sehr fadenscheiniges, spontanes Argument. Dafür liegt hier viel zu viel im Argen.

Die achte Wallace-Adaption des Studios in weniger als drei Jahren verfügt über einen besonders kuriosen Plot, der statt augenzwinkernder Selbstironie eher unfreiwillig komisch über seine zahlreichen Dummheiten stolpert. Da wird die Protagonistin Margaret (Brigitte Grothum, Das Gasthaus an der Themse) kurz vor dem Amtsantritt als Privatsekretärin bei der Gräfin Moron (Stummfilm-Star Lil Dagover, Das Cabinet des Dr. Caligari) nicht nur von den sehr eindeutigen Telefon-Drohungen eines Unbekannten (wir sehen es: Klaus Kinski, Fitzcarraldo, hier so was von ungezügelt neben der Spur) ganz konkret nach dem Leben getrachtet, es finden in den nächsten 24h satte vier (!) Anschläge auf sie statt. Manches kann man als Unfall tarnen (wenn es nicht vorher schon ganz direkt angekündigt worden wäre), dass ein Auto beim Umdrehen des Zündschlüssels in die Luft fliegt gilt aber wohl kaum als Montagsmodellcharge. Gut, dass ein ebenfalls (kurzzeitig) mysteriöser Retter in der Not (Joachim Fuchsberger, wer sonst?) immer rechtzeitig da ist, um Schlimmeres zu verhindern. Was macht unser scheinbar schwer begehrtes Hascherl? Kurz jammern und zur Tagesordnung übergehen. Mordanschlag überlebt, puh, Glück gehabt. Weiter im Text.

Beim Eintreffen auf dem unausweichlichen Gothic-Anwesen der Gräfin wird es nicht unbedingt seriöser. Franchise-Ulknudel Eddi Arent (Der Frosch mit der Maske) darf als kleingehaltener Sohnemann-Pfiffikus diesmal fleißig Shakespeare zitieren, nie aber den eigenen Großvater, was der einzige, müde Anti-Running-Gag bleiben soll. Wenn selbst der nichts mehr reißen kann, ist kaum noch etwas zu retten. Die Geschichte wird immer abstruser, obwohl man wohl kaum auf dem billigsten Groschenroman eingeschlafen sein muss, um die Pointe schon nach 20 Minuten fast penetrant gegen den Wind zu müffeln. Und dass bei dem ganzen Schwachsinn, der einem hier aufgetischt wird. Schon bemerkenswert. Da mangelt es ja sogar an dem gewohnten Überraschungseffekt, den unkalkulierbarer Wahnsinn nun mal mit sich bringt. Selbst ein Klaus Kinski bei seinem ersten Paraderolle-Auftritt als komplett gestörter Wüterich ist eher lächerlich und fast wie eine sanfte Parodie seines späteren Images. Ein einziges Irrenhaus, dieser erste echte Wallace-Querschläger. Wenigstens mit Drehtür, da kann jeder rein und raus wie er will. 

Fazit

Die zugegeben extrem schrullige Gräfin ist mit Sicherheit nicht das Seltsamste an diesem Film. Erstmals fällt das Chaos und der Irrsinn des gesamten Wallace-Universums wirklich negativ ins Gewicht. Gelungene Höhepunkte sucht man vergebens und der einzige Unterhaltungswert besteht in der Ansammlung zahlreicher Ungereimtheiten, gepaart mit gescheiterten Suspense- und Humorversuchen am laufenden Band. Ein äußerst ungeschickter Film, der jedoch damit unterstreicht, das man vorher in seinem Unfug doch sehr viel richtig gemacht hat.

Autor: Jacko Kunze

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