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Quelle: themoviedb.org

Inhalt

Luz kommt von den Philippinen und arbeitet seit Jahren ohne Papiere als Putzkraft in der Schweiz. Zu Beginn des Winters wird sie mit ihrer Freundin Aileen und weiteren philippinischen Frauen ins Luxus-Skiresort Verbier geschickt, wo sie für Thibault, den Manager einer Reinigungsfirma, Ferienhäuser putzt. In der ständigen Angst, von der Polizei entdeckt und abgeschoben zu werden, führen sie ein Schattendasein und sind Thibault ausgeliefert, der ihre prekäre Situation ausbeutet. Kurz vor Silvester wird Luz’ Leben von einer philippinischen Reality-TV-Show zusätzlich erschüttert.

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Quelle: themoviedb.org

Kritik

Im Panorama der 76. Berlinale, wo Dominik Lochers (Blue my Mind) System kritisches Sozialdrama seine Premiere feiert, wirkt der desillusionierte Blick auf ausbeuterischen Mechanismen eines globalisierten Arbeitsmarkts, auf dem menschliche Würde nur eine weitere Handelsware ist, wie ein thematisches Pendant s Panorama-Beitrags Ich verstehe Ihren Unmut. Beide Werke basieren ihre fiktive Handlung auf reale Zeugnisse Betroffener, beide befassen sich mit struktureller Ausbeutung im Reinigungssektor und beide folgen einer Protagonistin, die unter finanziellem Druck ihre eigene moralische Integrität abwägen muss. 

Doc während Friedrich eine deutsche Kleinunternehmerin in der Gig-Industrie begleitet, zeigen Locher und seine Co-Regisseurin und Drehbuchautorin das Schicksal undokumentierter Putzkräfte in einem Schweizer Luxus-Ski-Resort. Die edle Fassade des trügerisch pittoresken Schauplatzes Verbier steht in bitterem Gegensatz zu den prekären Existenzen der überwiegend philippinischen Reinigungsfrauen. Luz (Mercedes Cabral, The Time That Remains) ist eine jener unterbezahlten inoffiziellen Angestellten, die mit ihrer Arbeit das saubere Image des Ressorts bewahren. Ihr skrupelloser Manager Thibault (Alexis Manenti, Ad Vitam) nutzt gezielt die Abhängigkeit seiner Arbeiterinnen, um sie auch sexuelle auszubeuten. 

Als Luz Ex-Mann in einer Reality-TV-Show öffentlich droht, ihr das Sorgerecht für die gemeinsame Tochter wegzunehmen, findet sie sich in einer ausweglosen Lage. Mit schnörkelloser Direktheit und formaler Klarheit zeigen Locher und Alipio den Kontrast zwischen dem alpinen Postkarten-Idyll und der hässlichen Realität dessen unregistrierter Arbeiterinnen. Der mehrdeutige Titel unterstreicht die Diskrepanz zwischen dem Urlaubs-Feeling der Gäste und dem pausenlosen Schuften des Putz-Personals. Persönliche Verantwortung und strukturelle Gewalt sind untrennbar verwoben in dem sozialkritischen Szenario, dessen solidarisches Ideal ideelle Imagination bleibt.

Fazit

Jeanne Lapoiries konzentrierte Kamerasprache positioniert die missachtete Präsenz der philippinischen Arbeiterinnen gegen den kalten Luxus des elitären Schauplatzes. Der materialistische Mikrokosmos des Schweizer Chalets fungiert als Miniatur-Modell eines internationalen Arbeitsmarktes, der Mindeststandards und Grundrechte systematisch aushebelt. Dass die massive Ausbeutung ausgerechnet in einer Oberschicht-Enklave in einem der reichsten Länder stattfindet, verweist auf die ökonomische Dynamik zwischen zentraleuropäischem Wohlstand und der Verarmung des globalen Südens. Der Verzicht auf einen klassischen Spannungsbogen zugunsten stetiger Verdichtung finanzieller Spannungen unterstreicht den aktivistischen Ethos, der in ein ambivalentes Fazit mündet.

Kritik: Lida Bach

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