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Quelle: themoviedb.org

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Wenn Sie Kryptowährung in der Hoffnung auf schnelles Geld gekauft haben, sollten Sie sich Ben McKenzies unterhaltsamen und aufschlussreichen Film ansehen, der für Kryptowährung das ist, was „The Big Short“ für die Finanzkrise war.

Kritik

“I'm just a former teen idol standing here (alone?)”, tweetete Ben McKenzie (Motor Cityim Februar 2022, “[…] don't take financial advice from celebs, including me.” Damit hätte der Schauspieler, Autor und seit seinem mit Giorgio Angelini (Feels Good Man) inszenierten Dokumentarfilm-Debüt nunmehr auch Regisseur seine Kommentatoren-Karriere als Bitcoin-Kritiker abschließen können. Wenig überraschend war das Gegenteil der Fall. Schon im Folgejahr veröffentlichte er sein mit Jacob Silverman verfasstes Sachbuch “Easy Money: Cryptocurrency, Casino Capitalism, and the Golden Age of Fraud”, das es prompt in die Bestseller-Liste der New York Times brachte. 

Diesen Erfolg will der vormalige Serien-Star und Nebenrollen-Darsteller augenscheinlich auf der Leinwand wiederholen, nachdem sein klassischer Schauspielruhm überschaubar blieb. Ein enormes Bedürfnis nach öffentlicher Aufmerksamkeit und (Selbst)Darstellung ist die einzige Erkenntnis seiner pauschalen Warnung vor Bitcoin & Co. Als der Lockdown die Filmindustrie stilllegte, stieß er auf der Suche nach lukrativen Investments auf die dezentralisierte Digital-Währung. Geschaffen 2009 von Satoshi Nakamoto, beschränkt deren Gesamtsumme sich auf 21 Millionen. Diese relative Rarität und der anfängliche Hype um die vorgeblich manipulationssichere Anlage machten viele arm und einige wenige sehr reich. 

Zu jenen wenigen zu gehören, möchte scheinbar auch McKenzie, der lediglich einen untypischen Weg einschlägt. Statt in die Währungen investiert er in deren Kritik. Resultat und Mechanismus sind bezeichnend ähnlich. Steigt das Interesse in Cryptocurrency, wächst auch das Interesse an Warnungen davor. McKenzie selbst verkündet, dass TrumpCoin ein enormer Boost für die Crypto-Kritiker war. Somit auch für ihn und seine darauf bezogenen Werke. Deren jüngstes, das nach der 2025er Premiere auf SWSX London bei CPH:DOX läuft, verwendet mehr Zeit auf McKenzies Leben und Laufbahn als themengebundene Enthüllungen.

Seine Anfänge als selbsterklärtes „Teenie-Idol“, seine Ehe mit Morena Baccarin (Greenland 2) und Vaterschaft  werden ebenso ausführlich inszeniert wie seine prominente Rolle als Cryptocurrency-Skeptiker. Das jene Prominenz mehr mit seiner Star-Aura zu tun hat, als Expertise, wird ebenso ausgeblendet wie die eklatante Doppelmoral seiner Kritik an Stars wie Matt Damon, der in der Vergangenheit Crypto bewarb. Dass die Mehrheit selbst unter Investor*innen Cryptocurrency kaum versteht, unterstützt Manipulation. Jener durch sachliche Aufklärung vorzubeugen, gelingt den reißerischen Episoden kaum. Online-Cartoons fassen die Basics zusammen, der Rest findet sich auf Wikipedia.

McKenzie stilisiert sich selbst zum Investigativ-Journalisten, der mal mit überführten Crypto-Betrügern spricht, mal mit mitfühlender Miene ruinierten Crypto-Investoren lauscht. Sein schauspielerisches Training kommt ihm dabei sichtlich gelegen, sei es im Plausch mit überführten Crypto-Betrügern oder ob er vermeintlich zu Tränen gerührt einem Vater lauscht, der via Zoom seine Crypto-Pleite schildert. Neue Erkenntnisse oder Enthüllungen bleiben dabei aus. Dass Crypto ähnlich Aktienspekulation hohe Risiken birgt und das System zu Manipulationen praktisch einlädt, ist nicht neu. Ebenso wenig, dass nur die profitieren, die mit den Verlusten anderer spekulieren. Wie McKenzie.

Fazit

Der Part des Regisseurs und Investigativ-Reporters ist Ben McKenzies lang ersehnte Hauptrolle. Ein substanzarmes Skeptiker-Selbstporträt von seinem größten Fan. 

Kritik: Lida Bach

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