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Quelle: themoviedb.org

Inhalt

Mit ihrer Webshow „EXORZISMUS 2.0“ haben sich die beiden Freunde Max und Drew im Netz einen Namen gemacht. Jede Woche unterhalten sie ihre Follower mit einem Exorzismus, den sie live übertragen. Der Haken daran – alle Austreibungen sind nur aufwendig inszenierte Fakes. Bis eines Nachts Drews Verlobte auf dem Stuhl Platz nimmt und ein echter Dämon von ihr Besitz ergreift. Die Uhr tickt und vor einem Millionenpublikum wird für die Crew der harmlose Internet-Schwindel zu einer echten Horror-Show.

Kritik

Die Idee zu The Cleansing Hour kam bereits vor Jahren auf. Damien LeVeck, der zuvor vorwiegend im TV-Bereich tätig war, inszenierte bereits 2016 einen gleichnamigen Kurzfilm, der positives Feedback erhielt und schließlich zu einer Kickstarter-Kampagne führte, die einen ganzen Spielfilm ermöglichen sollte. LeVeck sammelte rund 31 tausend Dollar und konnte damit sein Herzensprojekt verwirklichen. Bei uns wird der Film unter dem abschreckenden Titel Exorzismus 2.0 vertrieben, was zwar recht passend den Inhalt beschreibt, wohl aber den wenigsten Zuschauern Lust auf eine Sichtung machen dürfte. Zu viele Filme um immer gleiche Teufelsaustreibungen haben wir nach William Friedkins großartigen Horror-Klassiker Der Exorzist ertragen müssen, zu unattraktiv wirkt der Social Media-Gedanke dahinter, der ebenfalls immer häufiger Einzug ins Genre findet. Die Kombination ist hier – zumindest in der Theorie – dennoch ganz witzig.

Im Mittelpunkt steht ein eigentlich gefakter Exorzismus vor Internet-Publikum, der plötzlich zur realen Bedrohung für alle wird. Der unerwartet auftauchende Dämon kontrolliert fortan das Set und treibt mit den betrügerischen Darstellern ein bitterböses Spiel. Likes und Quoten werden in die Höhe getrieben, kurioserweise nun vom Dämon selbst. Und an den weltweiten Bildschirmen geilt sich die oberflächliche Zuschauerschaft am blutigen Gemetzel auf. Der Film hält unserer heutigen Gesellschaft einen Spiegel vors Gesicht, der den unstillbaren Voyeurismus und den Drang nach Fame und Ruhm anprangert. Das tut er zwar mehr als offensichtlich, quasi mit dem Holzhammer, dank des stets einfließenden schwarzen Humors und der bissigen Art ist das aber immerhin doch ein Stück weit unterhaltsam. 

Als Horrorfilm taugt Exorzismus 2.0 dagegen weniger, was vor allem daran liegt, dass zu keiner Zeit wirklich Spannung aufkommt. Angst und Schrecken, wie sie ein Der Exorzist noch erzeugte, kommen hier nicht auf. Auch fällt die Story recht dünn aus, um über 90 Minuten hindurch zu unterhalten. Die Protagonisten müssen sich ihren eigenen Dämonen aus der Vergangenheit stellen, was gelegentlich zu langatmigen Unterbrechungen führt, da die Enthüllungen allesamt uninteressant bleiben. Und da der Cast mit einer Ausnahme recht blass bleibt, fällt das Ganze umso öder aus. Lediglich Alix Angelis (Die glorreichen Sieben) weiß als Besessene zu überzeugen und liefert insgesamt eine tolle Show ab. Manch Gore-Effekt mag im Film übrigens ganz ordentlich ausgefallen sein, da hier genau wie bei der Maskentechnik oftmals auf Handgemachtes gesetzt wird, die schwachen CGI-Effekten lösen dagegen weniger Begeisterung aus. Spätestens hier merkt man dem Film sein geringes Budget dann eben doch deutlich an. Das muss man einer kleinen Indie-Produktion wie dieser hier einfach verzeihen können. 

Fazit

"Exorzismus 2.0" zeigt uns eine Teufelsaustreibung aus einem etwas anderen Blickwinkel. Das ist dank des bitterbösen schwarzen Humors bisweilen ganz unterhaltsam, lässt aber einen spannenderen Ablauf sowie interessantere Charaktere vermissen. 

Autor: Sebastian Stumbek

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