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Quelle: themoviedb.org

Inhalt

Olga führt ein streng geregeltes Leben ohne Freundschaften und Beziehungen. Sie wohnt in einem riesigen Wohnblock. Als sie in einer finanziellen Notlage ein Zimmer untervermieten muss, zieht ein Mann ein, der seinen neunjährigen Sohn mit in die Wohnung schmuggelt. Für sie selbst gänzlich unerwartet baut Olga eine Verbindung zu dem Kind auf. Ihre sorgfältig kontrollierte Welt verwandelt sich und gegen Olgas Willen beginnen die drei Leben sich zu verflechten.

Kritik

Die Eröffnungsszene Fernando Eimbckes (Club sándwich) schwarz-weißer Humoreske, die er direkt nach seinem letzten Werk Olmo 2025 zur Berlinale zurückbringt, diesmal in den Wettbewerb statt ins Panorama, hat in etwa die Halbwertzeit seines gesamten Films. Pensionärin Olga (Teresita Sánchez, La Cazadora) wird in ihrer kleinen Hochhauswohnung in Mexico City von einem Summen gestört. Was folgt ist ein wortloses Duell Mensch gegen Fliege, das Olga mit einer bedenklichen Dosis Insektizid gewinnt. Solche kuriosen Vignetten sind charakteristischer Teil der inszenatorischen Handschrift des mexikanischen Regisseurs.

Er baut in diese kauzigen Miniaturen gern kleine Botschaften. Im Fall des titelgebenden Insekts und der Protagonistin, die selbst an dem Insektengift hustet, ist es eine, die man so oder so ähnlich in zahllosen sozialromantischen Seifenopern gesehen hat. Olga beharrt zu sehr auf ihrer Routine und der dazu gehörenden Autarkie. Angeblich braucht sie wie so viele ältere (Film)Frauen eine traditionellen Gender-Bildern entsprechende Beschäftigungstherapie in Gestalt eines Kindes. Letztes heißt Cristian (Bastián Escobar) und zieht mit seinem müden Vater (Hugo Ramírez) in Olgas Gästezimmer.

Letztes vermietet sie eher widerwillig aus Geldmangel. Auch das Vater-Sohn-Duo bringt die Notwendigkeit her. Cristians Mutter liegt im nahegelegenen Krankenhaus auf der Krebsstation und wird diese nach dem niedergeschlagenen Blick seines Vaters und dem betretenen Schweigen der Ärzt*innen zu urteilen nicht verlassen. Die großmütterliche Beziehung, die sich zwischen Olga und ihrem kindlichen Gast entwickelt, ist ebenso vorhersehbar wie die sentimentale Strategie, zu der Mamas Krebsleiden dient. Emotionale Manipulation ersetzt psychologische Entwicklung und dramaturgischen Tiefgang in der trägen Tragikomödie. 

Fazit

Die nüchternen Monochrom-Aufnahmen Fernando Eimbckes süßlicher Mär von traurigen Kinderaugen, dem angeblich in jeder Frau schlummernden Fürsorgeinstinkt und Geldnot als narrativem Motor emotional bereichernder Episoden stehen in eigenwilligem Kontrast zur sentimentalen Story. Deren dröge Mischung Konventionalismus und Konservativismus kann selbst die hervorragend spielende Teresita Sánchez nicht aufwiegen. Zähes Tempo, lethargische Kameraeinstellungen und ein betont unaufgeregter Rhythmus folgen den selben stilistischen Mustern Eimbckes vorangehender Werke. Die rudimentäre Handlung erschöpft sich weitgehend im Aufbau der Grundkonstellation des Figuren-Trio, das hier zueinander findet. Eine filmische Eintagsfliege. 

Kritik: Lida Bach

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