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Quelle: themoviedb.org

Inhalt

Eliza arbeitet in einem Hotelresort und durchläuft dort verschiedene Aufgaben, die darauf abzielen, die Gäste stets zufrieden zu stellen. Hinter der glänzenden Fassade des Hotels kämpft sie darum, ein verborgenes Privatleben zu bewahren, und leidet zudem unter einer seltenen anatomischen Besonderheit: Sie kann nicht lächeln. In einer Welt, die von toxischer Positivität besessen ist, muss Eliza sich entscheiden: Soll sie sich verändern, um dazuzugehören, oder soll sie Widerstand leisten und genau so bleiben, wie sie ist?

Kritik

Bitte Lächeln! Immer insistierender wird beim Gruppenfoto die Aufforderung wiederholt, doch das Gesicht der Titelfigur Alexandra Matheous satirischer Selbstbestimmungsstory bleibt eine Grimasse. Wenn Eliza (Grigoria Metheniti) könnte, erst sie lächeln. Schon um den Anforderungen des luxuriösen Ressorts, in dem sie arbeitet, zu genügen. Doch eine bizarre physische Konstitution macht sie unfähig zu dem Gesichtsausdruck, der gerade Frauen unablässig abgefordert wird. Das fiktive Leiden wird zum allegorischen Ausdruck inneren Kampfs mit der emotionalen Normierung einer auf Gesundheit und gute Laune fixierten Gesellschaft. 

Der toxische Positivismus ist besonders aggressiv an dem anonyme Austauschbarkeit atmenden Ferienhort, wo jede Geste standardisiert ist und jeder Gefühlsausdruck performative Promotion. Vor diesem Hintergrund hat das Lächeln seine Bedeutung als Ausdruck von Wohlbefinden längst verloren. Maskenhafte Freude signalisiert Anpassung und Konformismus. Freundlichkeit existiert nicht mehr als authentischer Ausdruck, sie ist bloß noch ökonomische Verpflichtung. Gute Laune ist soziale Infrastruktur in den kühlen Szenen, deren starre Bildsprache die rigiden Normen akzentuiert. Glatte Oberflächen betonen den Zwang zur Anpassung, deren Abwesenheit unter Generalverdacht steht.  

Fazit

Aus ihrer absurd komischen Prämisse entwickelt Alexandra Matheou eine sarkastische Skizze spätkapitalistischer Sozialkonditionierung. Die anatomische Auffälligkeit der Protagonistin enthüllt die umfassenden Konsequenzen emotionaler Resistenz gegen zwanghafte Fröhlichkeit. Die Mimik wird zum Politikum in einer Gesellschaft, die den Körper nach ihren Erwartungen formt und abrichtet. Methenitis lakonisches Schauspiel erdet die bissige Gegenwartsdiagnose, die das Passiv-Aggressive des Wellness-Kults aufzeigt. Die Unvereinbarkeit von Individualität und Integration bildet das dramatische Momentum der trockenhumorigen Versuchsanordnung, in der Authentizität als Bedrohung deklariert werden. Eine längst reale Dystopie.

Kritik: Lida Bach

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